Traumhafte Hypnobirthing-Hausgeburt

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meinetraumgeburt
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Traumhafte Hypnobirthing-Hausgeburt

Beitragvon meinetraumgeburt » Di 11. Aug 2015, 15:48

Die Geburt meines Sohnes ist schon eine Weile her, vielleicht mögt ihr sie ja trotzdem lesen...

In meiner ersten Schwangerschaft hatte mich nicht gerade intensiv mit dem Thema Geburt auseinandergesetzt, nur einen üblichen Geburtsvorbereitungskurs gemacht und ansonsten wollte ich alles auf mich zukommen lassen. Ich verkrampfte total während der Wehen, die Fahrt ins Krankenhaus, die ungewohnte Umgebung und das Krankenhauspersonal machten es auch nicht besser. Ich hatte furchtbare Schmerzen und eine rasant schnelle Geburt mit mittelschweren Geburtsverletzungen. Ich war nach der Geburt so erschöpft, dass ich tagelang nicht weiter als ein paar Meter laufen und auch nicht lächeln konnte. Mein Sohn wurde an seinem zweiten Lebenstag wegen Gelbsucht und zu starker Abnahme auf die Neonatale Station verlegt, wo ich ihn nur alle vier Stunden stillen konnte. Ich war die meiste Zeit im Krankenhaus den Tränen nahe und verzweifelt. Unsere Still- und Mutter-Kind-Beziehung begann eigentlich erst so richtig als wir nach sechs Tagen endlich nach Hause entlassen wurden. Ich konnte nie verstehen, wie Frauen von einer Geburt positiv sprechen konnten, oder sie gar als schön bezeichneten. Zum Glück hat sich das heute geändert.

Als ich im Juli 2012 wieder schwanger wurde stand fest, dass diese Schwangerschaft anders als die erste werden sollte – nein musste. Ich versprach mir also selbst, nicht wieder so massiv Gewicht zuzunehmen (gerade hatte ich mein Vorschwangerschaftsgewicht wieder erreicht) und suchte nach Wegen, wie die Geburt ein weniger traumatisches Erlebnis für mich werden konnte (ja, weniger traumatisch hätte mir zu diesem Zeitpunkt schon gereicht). Ich beschäftigte mich intensiv mit Hypnobirthing. Das veränderte meine Sicht auf Schwangerschaft und Geburt grundlegend. Dass beides kein medizinische Großereignis sein muss, dass eine Geburt auch nicht (übermäßig) schmerzhaft sein muss, all das wurde mir erst wirklich durch dieses Buch klar. In der gesamten Schwangerschaft verschlang ich alle Literatur zum Thema und wurde immer kritischer gegenüber der interventionsbasierten Krankenhausgeburt.

Schließlich entschied ich mich, meinen Sohn zu Hause betreut von meinem Hebammenteam zur Welt zu bringen. Der errechnete Geburtstermin war der 30. März 2013 und da ich meinen ersten Sohn vier Tage übertragen hatte, hatte ich nicht damit gerechnet, dass es vor dem Termin losgehen würde.

In der Nacht vom 26. auf den 27. März hatte ich die ganze Nacht Wehen, nicht intensiv, nicht oft, aber merklich. Und sie waren auch ein wenig schmerzhaft, trotz Entspannungs- und Atemtechnik zog es während der Wehe im Unterleib wie ein leichter Regelkrampf. Ein wenig enttäuscht war ich schon, hatte ich mir doch grade für die Eröffnungsphase absolute Schmerzfreiheit erhofft. Ich dämmerte die ganze Nacht über immer wieder weg, wurde aber auch wieder wach oder baute die Wehen in meine Träume ein.

Am Morgen des 27. März machte ich unseren großen Sohn für den Kindergarten fertig, wo ihn mein Mann dann hinbrachte. Während ich beschäftigt war, waren die Wehen verschwunden, kamen aber wieder als ich mich ausruhte, nachdem die beiden weg waren. Ich versuchte aber, mir nicht allzu große Hoffnungen zu machen, dass es tatsächlich losgehen könnte und beschloss ein Bad zu nehmen. Und siehe da – die Wehen verschwanden, was ich als Zeichen deutete, dass es lediglich Übungswehen waren.
Ich genoss ein wenig die Zeit ohne Wehen und stieg nach einer halben Sunde wieder aus der Wanne. Die Wehen kamen wieder, waren aber so stark, dass ich nicht essen und noch einen Mittagsschlaf machen konnte. Als nachmittags die Wehen immer noch da waren, nicht aber stärker oder regelmäßiger wurden, war ich allmählich leicht genervt. Ich wartete auf die Ankunft meines Mannes und meines Sohnes, die nach Arbeit und Kindergarten noch einkaufen gingen. Ich hoffte, dass wenn ich einmal wieder etwas Ablenkung bekäme, die Wehen verschwinden würden, wie schon am Morgen.
Als die beiden schließlich kamen, blieben die Wehen und wurden langsam regelmäßiger. Ich erzählte meinem Mann davon und wir berieten, wie wir weiter machen sollten. Nachdem mein Mann mich eine halbe Stunde beobachtet hatte (“Hast du das denn schon die ganze Zeit SO?”, mit das meinte er natürlich die Wehen und mit SO meinte er, dass ich bei jeder Wehe beinahe unwillkürlich in mich ging und nicht weiterredete, ohne aber zu vertönen), fand er, wir sollten meine Mama anrufen und sie fragen ob sie den Großen holen könne. Leider war sie aber gerade unterwegs und so entschlossen wir uns, ihn ins Bett zu bringen und falls es doch ernst werden würde zu unseren Nachbarn zu bringen die er gut kannte und die selbst einen Sohn in seinem Alter hatten.

Während mein Mann also unseren Sohn ins Bett brachte, tippte ich noch eine Mail an meine Schwester und gratulierte ihr zum Geburtstag. Ich schrieb, dass es immer noch ruhig sei, und genauso fühlte es sich auch an. Ich spürte die Kontraktionen, aber sie waren nicht schmerzhafter als ein leichtes ziehen, so wie auch in der Nacht zuvor. Ich war ruhig und begann die Hynobirthing-CD zu hören, die ich schon seit der zwanzigsten Woche regelmäßig zur Entspannung benutzt hatte. Als mein Mann schließlich wieder kam und mein Sohn schlief, legten wir uns ins Bett wo ich mich aber bald nicht mehr wohl fühlte. Ich begann in der Wohnung herumzulaufen, mit meinen Kopfhörern auf dem Kopf, meiner Hypnobirthing-CD in den Ohren. Ich ließ die Badewanne voll Wasser und legte mich hinein. Die Kontraktionen kamen häufiger, kamen mir aber sehr leicht und kurz vor, weshalb ich noch immer nicht an den Start der Geburt glaubte. In der Wanne entspannte ich mich immer mehr und ab diesem Zeitpunkt, es wird gegen neun gewesen sein, verlor ich jegliches Zeitgefühl.

Als mein Mann unseren Sohn um zehn dann doch zu unseren Nachbarn herunter brachte, und sich bei seiner Wiederkehr für seine lange Abwesenheit entschuldigte, da war ich verwundert; war er doch in meinen Augen nur einen Moment weggewesen. Ich merkte, wie das gedämpfte Licht und die wiederkehrenden Affirmationen der CD mir halfen, mich immer weiter zu entspannen und ich spürte die Wehen tatsächlich mehr als Wellen denn als Kontraktionen und sie schienen nicht schmerzhaftet zu werden, im Gegenteil. Auch war ich absolut leise, ganz anders zu meiner ersten Geburt. Bei jeder Wehe schloss ich die Augen und überlies meinem Körper die Arbeit. Ich tauchte tief in mich selbst hinein und war nicht in der Lage mit der Außenwelt zu kommunizieren. Nur kurz verlor ich meinen Fokus während ein oder zwei Wehen und bemerkte sofort, dass Anspannung und damit der Schmerz merklich zunahmen. Ich konnte mich jedoch gegen meine aufsteigende Angst behaupten und zurück in die Entspannung gehen, was den Schmerz augenblicklich linderte.

Es muss kurz vor Mitternacht gewesen sein als wir beschlossen, unsere Hebamme zu rufen. Erst da war ich überzeugt, dass die Geburt wirklich losgehen und wir nicht sie nicht umsonst wecken würden. Mein Mann rief sie an und sie kam innerhalb einer viertel Stunde. Sie tastete vorsichtig, und erst nachdem sie mich um Erlaubnis gebeten hatte, meinen Muttermund, der bereits sieben bis acht Zentimeter eröffnet war. Ich war schon so weit! Erstaunlich. Als ich circa zwanzig Minuten vor eins sagte, dass ich glaubte, er würde jetzt geboren werden, realisiert mein Mann zum ersten Mal, dass die Geburt bereits so weit fortgeschritten war. Ich gab die Kontrolle vollständig an meinen Körper ab und innerhalb von drei Wehen war mein Sohn ohne das sonst übliche “Pressen” um 0:51 Uhr geboren. Mein Mann war überwältigt, meine Hebamme, die auch über den Verlauf der Geburt staunte, half mir, ihn aus der Wanne zu nehmen und ich legte ihn auf meine Brust. Ich war unglaublich glücklich. Mein Sohn war sehr still aber rundum gesund und begann schon bald selbständig nach der Brust zu suchen. Nachdem die Plazenta geboren wurde, schnitten wir die Nabelschnur durch und kuschelten uns dann in unser Bett, wo wir noch ein paar Stunden schliefen bevor am nächsten Tag unser Großer seinen kleinen Bruder begrüßte.
Der Große (*31. August 2010)
Der Kleine (*28. März 2013)

Lottamarie

Re: Traumhafte Hypnobirthing-Hausgeburt

Beitragvon Lottamarie » Di 11. Aug 2015, 19:36

Danke für diesen wunderschönen Bericht! :wolke:

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selkie
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Re: Traumhafte Hypnobirthing-Hausgeburt

Beitragvon selkie » Mi 12. Aug 2015, 06:20

Herzlichen Glückwunsch zu dieser traumhaften geburt. Das hast du toll gemacht. Ist doch immer wieder erstaunlich was fie Frau alles schafft und ändern kann. Und vielen lieben Dank für teilen deiner Erfahrung :hausgeburt:
sternchen 2000 (5.woche), sternchen 2009(5.woche), wunschkind 2009 (abgebrochenen HG), sommerkind 2013 (HG), sternenkind 2015 (HG 13.woche), winterkind 2015 (HG)
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Lavendel
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Re: Traumhafte Hypnobirthing-Hausgeburt

Beitragvon Lavendel » Mi 12. Aug 2015, 19:00

Danke für den schönen Bericht :rainbow: :venus: :hausgeburt:
09/2007 GH, 11/2009 HG, 11/2010 HG, 10/2011 Sternchen, 08/2012 AG, 10/2015 HG, 12/2015 AG, 07/2017 AG, 12/2020 HG/AG geplant

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Re: Traumhafte Hypnobirthing-Hausgeburt

Beitragvon homebirth4ever » Do 13. Aug 2015, 16:01

Voll schön, vielen Dank für den Bericht. :rainbow:

Welche Hypnobirthing-CD hast du denn angehört, wenn ich fragen darf? Eine spezielle die du bei einem Kurs bekommen hast oder evtl. die aus dem gleichnamigen Buch? Mich würde eh interessieren, ob du einen Kurs dazu besucht hast, oder dich "nur" privat daheim vorbereitet hast?

LG :cap:
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♡ überraschende Alleingeburt 2016
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Re: Traumhafte Hypnobirthing-Hausgeburt

Beitragvon meinetraumgeburt » Do 13. Aug 2015, 21:23

Hallo :)

Ich habe während der Schwangerschaft immer die Affirmations-CD und die Regenbogenentspannung gehört. Die ist glaub ich nicht bei dem Buch dabei sondern die bekommt man wenn man den Kurs macht, was schon deine zweite Frage beantwortet. Ich hab den Kurs gemacht, aber ehrlich gesagt, ich hätte ihn nicht gebraucht. Ich habe in meiner Schwangerschaft das Buch mehrfach gelesen (am Anfang und dann nochmal gegen Ende) und habe sonst auch ganz viel Literatur gelesen (Ina May-Gaskins, Rockenschaub, Michel Odent) und mich umfassend mit dem Thema befasst. Den Kurs habe ich gemacht, weil ich dachte, da bekomme ich noch krasse zusätzliche Einsichten, aber es war mehr nur das Buch nochmal durchzugehen und noch jedesmal eine Hypnosesitzung (Hypnose ist ja nichts abgefahrenes sondern mehr eine tiefe Entspannung mit bestimmten Suggestionen zwischendurch). Man übt die verschiedenen Atemtechniken, die aber auch in dem Buch beschrieben sind.
Affirmationen für die Geburt findest du zum Beispiel auch im Buch (kannst sie dir einfach selbst aufnehmen und dann wieder anhören) oder zB bei You Tub*. Oder du liest sie dir halt jeden Tag durch (das ist aber eher nichts für mich, ich habe sie zum Beispiel immer auf dem Heimweg gehört oder vor dem Schlafen)
Ich habe mich immer gefagt, was ich machen werde wenn die Geburt losgeht. Ich habe mir dann einfach die CDs die ich immer angehört habe, angemacht und das hat mir ein großes Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit gegeben. Weil mein Hirn quasi wusste: OK, bei dieser Musik, bei dieser Stimme kann ich abschalten, jetzt ist Entspannung angesagt. Und das ist glaub ich wo es drauf ankommt. Man trainiert sich vorher ruhig zu bleiben und kann es dann in die Geburt mit hinein nehmen.

Willst Du HB für deine Geburt anwenden? Wenn Du mehr Fragen hast, immer her damit, ich würde mich freuen :))
GLG
Der Große (*31. August 2010)
Der Kleine (*28. März 2013)

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Re: Traumhafte Hypnobirthing-Hausgeburt

Beitragvon meinetraumgeburt » Do 13. Aug 2015, 21:28

Eins noch: der Kurs war nicht ganz umsonst. Mein Mann hatte nämlich absolut keine Zeit (naja, und nicht soviel Lust) sich das Buch durchzulesen. Ich halte es aber für essentiell, dass sich der Geburtspartner auch damit beschäftigt. So hatte er vier Hypnosen mitbekommen (auch wenn er immer eingeschlafen ist, hihi) und die ganze Theorie dahin noch mal gehört. Also es hatte auch sein Gutes ;)

Was mit übrigens noch mehr geholfen hat als die Affirmationen war im Vorfeld Videos von Hypnobirthing-Geburten anzusehen (gibts zB kostenlos auf You Tub*). Da sieht man und begreift langsam, dass es WIRKLICH möglich ist, so zu sein Kind zu bekommen und dass sie sich das nicht einfach nur ausgedacht hat. Ich hab echt täglich diese Videos geschaut (hatte wirklich Angst vor der Geburt, weil meine erste Geburt so schlimm war)
Der Große (*31. August 2010)
Der Kleine (*28. März 2013)


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