Meine kleine Große 2009

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taumelkaefer
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Meine kleine Große 2009

Beitragvon taumelkaefer » Fr 7. Dez 2012, 22:15

Es ist ja schon eine ganze Weile wieder her, und da ich abends gerade viel Zeit habe, dacht ich mir ich schreib doch mal meine Geburtserfahrungen nieder.

Es war meine erste Schwangerschaft, so halbgeplant. Ich wollte die Pille nicht mehr nehmen, weil sich nach langem Leidensweg herausstellte, dass ich deswegen jahrelang immer wiederkehrende Blasen- und Nierenentzündungen hatte, teils chronisch. Nunja ich habe also die Pille abgesetzt und seid dem war Ruhe. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Wir verhüteten mit Kondom und irgendwann kam schleichend der Moment, wo es für uns ok war dies nicht mehr zu tun und es drauf ankommen zu lassen. Das nächste halbe Jahr passierte nichts und wir machten uns ehrlich gesagt auch überhaupt keine Gedanken mehr drum. Im August stellte ich eine Nachmittages beim Besuch meiner Eltern fest, dass ich ungefähr 4 Tage überfällig bin. Wieder Zuhause angekommen machte ich abends mit zitternden Händen sofort einen Test und der war sofort positiv. Laut Anleitung soll man ja 3 Minuten warten. Der Strich war noch vor dem umdrehen sichtbar und ich dachte: mal abwarten vielleicht ist das ja am Anfang so und der geht dann wieder weg :blush: . Naja er blieb natrülich positiv und ich wusste erstmal gar nicht wohin mit mir. Damals noch Freund, heute Menne, zu dem Zeitpunkt im Ausland und ich allein in meiner Studenten-WG. Nach einem sehr schüchternen Anruf meinerseits und der Feststellung:krass das funktioniert also wirklich, hab ich mich auch langsam gefreut. Natürlich bin ich gleich zum Fa gerannt, was soll man denn sonst machen. Und in den darauffolgenden Monaten hatte ich eine beschwerdefreie Schwangerschaft ohne große Vorkommnisse mit regelmäßig Fa, Ultraschall, Ctg, ganz seltenen Kontakt mit der von der Fa empfohlenen Hebi (ich dachte wirklich das die einem gestellt wird und man keine Wahl hat), Wiegen, Pipi machen, geburtsvorbereitender Akupunktur. Der Termin war der 7. Mai und er kam und verging ohne Irgendwas. Ich fand das gut, weil ich gerne schwanger war. Ich durfte nun jeden zweiten Tag zur Fa und zum Ctg. Et+2 (Samstag) war ich das erstemal im Krankenhaus zum Ctg und Ultraschall, alles gut. Die Station total leer, das fand ich sehr schön. Die Woche drauf war ich dann wieder schön regelmäßig beim Fa, Montag, Mittwoch und Kontrolle am Donnerstag. Da hab ich dann auch die Überweisung zum Einleiten im Krankenhaus (Sonntag Et+10) gedanken- und anstandslos entgegengenommen. Retrospektiv betrachtet ist das ganze eigentlich ziemlich cool, denn ich habe nie nur einen Gedanken daran verschwendet, dass ich wirklich zum Einleiten dahin gehe. Dieser Gedanke hat gar nicht in meinem Kopf exsistiert. Ich wusste am Ende ja noch nicht mal mehr wo ich diesen Überweisungszettel eigentlich hingelegt hatte. Meine Vorstellung eines Geburtsablaufs war so, das man wartet bis man Wehen kriegt und dann halt ins Krankenhaus fährt. Ich bin heute so froh, das ich warum auch immer so entspannt war. Vielleicht weil mir niemand während der Schwangerschaft irgendwas von Einleitungen erzählt hat. Nunja in der Nacht vom Freitag auf Samstag bin ich gegen 1.30 Uhr wach geworden/gewesen und spürte im Liegen ein etwas unangenehmes Ziehen im Rücken mit einer Art Mensschmerz. Komischerweise schaute ich gleich auf die Uhr und nach 5 Minuten schon wieder. Auf der einen Seite wusste ich das es losgeht, auf der anderen hab ich das gar nicht realisiert. Irgendwie hab ich die Zeit so rumgebracht bis frühs gegen 7. Mein Menne wusste in der Nacht schon Bescheid und hat aber noch schön geschlafen. Der Tag ging eigentlich ganz normal los, keiner dachte dran gleich ins Krankenhaus zu fahren. Ich saß auf dem Pezziball und machte irgendwas. Auf dem Klo hatte ich beim abwischen dann den Schleimpfropf im Papier. Wehen veratmen musste ich noch nicht. Mein Mann fragte mich, ob es ok ist wenn er noch was einkaufen geht. Er wollte eigentlich an dem Tag zu einem Junggesellenabschied und dachte wirklich, dass er das noch machen kann. Er ging und ich machte den Fehler und rief meine Mutter an. Sie fragte natürlich gleich obs mir noch gut gehen würde oder nicht mehr. Ich sagte das ich Wehen habe, schon die ganze Nacht. Sie sagte dann, das wir lieber gleich ins Krankenhaus sollten, man muss ja schauen obs den Kind gut geht bei den Wehen. Ich wurde dadruch angesteckt und dann doch ein bisschen nervös. Mein Mann war wieder da und wir sind dann gleich los ins Krankenhaus. Ich glaube gegen 10 oder halb 11 waren wir da. Die Station rammelvoll. Erstmal Ctg...unregelmäige leichte Wehen, Mumu 2 cm auf. Hätten sie mich doch einfach wieder heimgeschickt. ich sollte spazieren gehen für ne Stunde und dann wieder Ctg. Die Wehen wurden stärker. Wieder Ctg, aha Wehen sind n bissel stärker und regelmäßiger. Ich kam dann in ein Wehenzimmer. Da verbrachten wir dann so 2-3 Stunden. Ab und an schaute eine Hebi zur Tür rein und war dann auch wieder weg. Es war echt viel los an dem Tag. Mich störte das nicht. Ich veratmete die moderaten Wehen ziemlich laut im Stehen oder auf dem Ball oder vor der Couch im Vierfüßler. Mein Menne pennte auf der Couch. Durch dieses ganze, ich denke falsches, geatme ging mir ziemlich schnell die pusste aus und ich bekam Kreislaufprobleme. Dagegen gabs Tee mit viel Zucker. Der half aber nur wenig. Mein Mann massierte mir auch zwischendurch das Kreuzbein. Das war total schön, denn da waren die Wehen scheinbar wie weg. Nur wenn er aufhörte war die nächste Wehe umso schlimmer, deswegen wollte ich nicht mehr das er mich massiert. Vielleicht wäre es weniger schmerzvoll gewesen, hätte ich ihn weitermachen lassen. Irgendwann sollte nach dem Mumu geschaut werden. Auf dem Rückenliegend natürlich, eine Qual. Der dürfte so 4 cm gewesen sein. Man bot mir an in die Wanne zu gehen, gegen 15 oder 16 Uhr. Das wollte ich auf jedenfall, allerdings ging das nur mit Einlauf. Also gut, dann bitte einmal Einlauf. Ich fand das so unangenehm, mein Freund mit im Zimmer mit bester Sicht und irgendwelche anderen Leute. Ich dachte da muss ich jetzt halt durch, bei ner Geburt ist das so. Ich sollte versuchen dieses Zeug so lange wie möglich drin zubehalten. Ich habe es gerade so über den Flur bis in den Kreissaal mit Badewanne und Klo geschafft. Dort haben mir dann wieder alle zugeguckt wie ich aufm Klositze. Super toll. Naja ich bin dann in die Wanne und es war wie im Himmel. Entspannung, kurz keine Wehen mehr. Die fingen dann aber gleich wieder an und wurden auch wieder schmerzafter. Ich sollte mich immer von einer Seite zur Anderen drehen bei jeder Wehe damits Kind besser rutscht. Irgendwann sollte ich wieder raus, weil wohl die Wehen weniger wurden. Ich selber hatte nicht das Gefühl. Draußen war es schrecklich, mein Kreislauf war so am Boden, dass ich nicht selber aus der Wanne kam. Ich hab noch nie so gezittert. Mir wurde mein mitgebrachtes Geburtshemdchen angezogen und ich wurde in den Kreissaal nebenan geführt (gegen 19 uhr?). Dort wars dann ziemlich doof, weil ständig irgendwelche Leute umherwusselten bei den ganzen Geburten. Man kam sich vor wie auf dem Bahnhof. Ich bin dann aufs Kreisbett in den Vierfüßler. Sie sagten immer das die Wehen weniger würden und wir jetzt nen Wehentropf bräuchten. Ich dachte die spinnen, das tat so schon so weh und die wollten das es noch mehr weh tut. Ich willigte notgedrungen ein, was will man denn auch schon machen und die Hebi bot mir auch gleich noch ne Schmerzspritze an. Ich sagte nur noch meinetwegen. Die Spritze war schrecklich, in die Hüfte rein, voll ekelhaft, ich dachte die spritzen in den Knochen und meine Pobacke wurde taub. Ich spürte eigentlich gar nichts mehr außer Schmerz. Der Wehentropf machte es nicht schlimmer und die Schmerzspritze nicht besser. Meine Hebi die mich bis dahin "betreut" hat verabschiedete sich nun. Sie war schon 2 Stunden länger da als ihre Schicht ging. Das fand ich sehr schade, weil sie wirklich lieb war. Die neue Hebamme war mir sofort unsympatisch. Ich sollte dann ein paar Wehen im Stehen vor dem Bett verbringen und immer vom einen Fuß auf den anderen verlagern...das ganze allein, weil sie kurz rüber zur anderen Geburt müssten. Ich dachte ich krieg die Krise. Ich schrie meinen Mann an, das er jemanden holen soll. Ich denke das war die Übergangsphase, denn ich wusste überhaupt nicht was hier mit mir passiert und hatte ziemlich Panik. Irgendwann kam dann jemand und ich hatte das Gefühl es drückt nach unten. Ich wollte nochmal aufs Klo gehen. Also über den Flur rüber und es kam aber nix. Die Hebi wollte, das ich wieder schnell in den Kreissaal komme. Beim Aufstehen vom Klo hatte ich wohl die erste Presswehe, denn ich krallte mich an den Heizungsstangen fest und konnte einfach nicht loslassen. Sie musste mir die Finger von den Rohren abmachen. Wieder schnell in den Kreisaal, sollte ich mich aufs Bett legen...oder wollte ich? Keine Ahnung, mir war zu dem Zeitpunkt eigentlich alles egal. Mumu vollständig. Mann bot mir an mich auf den Hocker zu setzen. Das probierte ich, aber kam überhaupt nicht klar damit. Wusste nicht so richtig wohin mit mir und wohin ich drücken soll. Außerdem war das mitten im Raum und da gingen ständig Leute rüber zum anderen Kreissaal wo auch grad ne Frau ihr Kind bekam. Ich also wieder aufs Bett in Käferchenstellung und Pressversuche. Meinem Mann wurde es zu viel und wollte flüchten und ich schrie ihm hinterher das er gefälligst wieder herkommt. Ich krallte mich an seinem T-shirt fest und presste. Irgendwann nahm man Blut aus dem Köpfchen ab um nach der versorgung zu schauen, weils doch n bissel länger dauerte. Das wurde kurz darauf nochmal wiederholt. Es war aber alles gut. Zum Glück, sonst hätten die bestimmt noch n Kaiserschnitt gemacht. Irgendwann fing es an zu brennen und der Kopf kam langsam. Die Hebi meinte, das sie jetzt schneiden müssten. Mir war alles egal, schließlich konnte ich eh nichts dagegen tun. Halb 1 in der Nacht war sie dann geboren und ich schaute erstmal nur bis die Hebi meinte ich solle sie hoch nehmen und mir auf den Bauch legen. Sie war ganz warm und weich. Es war ein tolles Gefühl. Ohne Käseschmiere ganz rund und glatt. Ich bekam eine Spritze damit die Plazenta schneller kommt und die war dann kurz nach Kindgeburt auch da. Ich hab mich gar nicht dafür interessiert und sie nie gesehen. Das tut mir heute noch so leid, weils ja auch ein Stück von Mir, meinem Mann und meinem Kind war und ich ihr keinerlei Beachtung geschenkt habe. Wir durften dann kurz kuscheln bis ich genäht worden bin. Sie gaben mir eine Betäubung und plötzlich hörte ich so ganz komisch...irgendwie metallisch sagte ich denen. Die wurden erstmal ganz nervös, weil das wohl passieren kann wenn man die Betäubung in eine Vene spritzt. auf jedenfall war es ziemlich schnell vorbei und ich wurde genäht. Als die Ärztin fertig war und ich mein Kind wieder bekam, merkte ich wie es aus mir warm herauslief im Takt meines Pulses. Die Ärztin kam und sagte nur es täte ihr leid aber sie müsste nochmal ran. es gab noch eine eisblase auf den bauch und dann war "es " auch schon wieder gut. Ich habe bis heute keine Ahnung was da eigentlich passiert ist. In meinem Geburtsbericht steht nur was von kleinerer Nachblutung.

Die kleine Große kam et+10 mit 3700g, 52 cm und nen 37er Kopf.

Geburtsbreicht der kleinen Kleinen folgt.
Latsch 05/09 Kh
Bommel 10/11 Hg
Knutschkugel 01/15 Hg
Moppi 01/17 Hg

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