Hebammen als Esoterik-Verbreiter?

öffentliches Forum

Moderator: Hausgeburtsforum

Benutzeravatar
Tarias
Beiträge: 349
Registriert: Mo 7. Mai 2012, 20:41

Hebammen als Esoterik-Verbreiter?

Beitragvon Tarias » Mi 13. Mär 2013, 22:32

Hallo,

ich lese immer mal wieder in sagen wir mal "esoterik-feindlichen" Zeitschriften, und war etwas geschockt über das Titelbild (eine Schwangere bei der Hebammenvorsorge) und das Titelthema ("Heiße Luft für Hebammen. Das Training im esoterischen Denken beginnt schon vor der Geburt") der aktuellen Ausgabe des "Skeptiker".
Textauszug:
"Hebammen fungieren als Multiplikatorinnen von esoterischen Behandlungskonzepten, was sie zum Angriffsziel besonders aggressiver Marketingkampagnen der esoterischen Pharmaindustrie prädestiniert. So bietet zum Beispiel die Schweizer Firma W*leda, Hersteller von anthroposophischen Arzneimitteln, Seminare und Lehrgänge für Hebammen an, die rege in Anspruch genommen und auch von Berufsverbänden empfohlen werden. Solch eine Einflussnahme birgt ein weitaus höheres Gefahrenpotenzial für die Gesundheit von Ratsuchenden und ihren Kindern, als es Pharmavertreterbesuche in Arztpraxen tun. Denn indem der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands die esoterischen Mittel anerkennt, reißt er jegliche kritische Distanz ihnen gegenüber ein und vermittelt dies auch seinen Mitgliedern. Claudia Graneis hat an einem W*leda-Workshop für Hebammen teilgenommen."

Die GWUP ist mir ja schon eine Weile bekannt als penetrante Homöopathie-Gegener und im Zuge dessen auch aller Personenkreise, die Homöopathie und antroposophisches Gedeankengut verbreiten.
Ich finde es nur bedenklich, dass hier mehr oder weniger eine ganze Berufgruppe in die esoterische Ecke gestellt wird. Denn das ist doch nur Munition für alle, die eine überwiegende Hebammenbetreuung in der Schwangerschaft oder gar so gefährliche Sachen wie Hausgeburt ablehnen.

Was sagen die hießigen Hebammen dazu?
Werden sie wirklich so agressiv beworben?
(Wenn ich mir das Werbegeschenke-Arsenal in der Hebammenpraxis so anschaue:ja!)
Tragen die Hebammen dieses "esoterische" Wissen tatsächlich an ihre Schwangeren weiter?
(Meine Hebamme: Teilweise. Ihr Köfferchen enthält schon das eine und andere Produkt von W*la und W*leda.)

Wie ist eure Erfahrung damit? Wie geht ihr damit um, wenn euch eure Hebi ein "alternatives Heilmittel" empfiehlt?
Ich erfahre meine Hebamme als fachlich äußerst gebildete, belesene Frau, die sich im echten Notfall niemals auf Globuli oder anderen Firlefranz einlassen würde.

Ich hätt gute Lust, denen einen Leserbrief zu schreiben. Dass hab ich aber schonmal gemacht, und das Niederschreien meiner Argumente war mir ein wenig zu weit hörbar :kotz2: Die Skeptiker sind nicht kritikfähig.
Bianca
HG 07/2009, HG 05/2011, AG 11/2013
Funke 08/2010 und Kelani 01/2013 fest im Herzen

NIKE

Re: Hebammen als Esoterik-Verbreiter?

Beitragvon NIKE » Mi 13. Mär 2013, 22:42

:gruebel: auch ein pflanzliches Arzneimittel kann richtig angewendet sehr gut wirken ( :hust: selbst falsch angewendet hat es oft Wirkung :furz: ) Was das mit Esoterik zu tun haben soll erschließt sich mir nicht so ganz :?

Wenn meine Hebamme jetzt auf die Idee käme ich solle täglich Weihrauch verbrennen :zahnlos: würde ich schon was dümmlich aus der Wäsche schaun.

Ich hab einige Walla und Weledaprodukte und ich bin zufrieden mit ihrer Qualität und überzeugt von ihrer Wirkung :schweb:

Meine Hebamme, findet auch einige Produkte wirklich gut von der Firma, aber auch nur solche mit denen sie gute Erfahrung gemacht hat, in ernsten medizinischen Fällen fackelt sie aber auch nicht lange und greift auf die "klassische" Schiene zurück.

Ich käme nicht auf die Idee meine Hebamme als esoterisch zu bezeichnen :keinplan:

pünktchen
Beiträge: 533
Registriert: Mi 20. Jun 2012, 11:56

Re: Hebammen als Esoterik-Verbreiter?

Beitragvon pünktchen » Do 14. Mär 2013, 07:18

Eine meiner Hebammen hat zwar schon auch was für "esoterischen Kram" über, hat auch einmal ein Angebot gemacht, aber auf ein "nein danke, kein Interesse" kam dann auch nie wieder was in die Richtung und damit kann ich sehr gut leben. Jeder darf seine Interessen haben und solange es die eigentliche Profesionalität nicht beeinflußt ist mir völlig egal womit sie ihre Freizeit verbringt. Und auch da im Ernstfall wären Homöopatie und Co immer nur ein "auf Wunsch obendrauf" aber nie alleiniges Mittel der Wahl.
Wenn eine Hebamme mich versuchen würdezu irgendwas zu drängen was ich nicht will, würde sie immer aus meiner Liste gestrichen, egal ob schulmedizinisch, homöopatisch oder sonstwas.
Sommerwunder 2008 KS
Winterwunder 2011 HG
Herbstwunder 2013 KS nach abgebrochener HG

Suppentopf

Re: Hebammen als Esoterik-Verbreiter?

Beitragvon Suppentopf » Do 14. Mär 2013, 08:36

Also moment mal..

Was haben Naturheilkunde und W*leda mit Esoterik zu tun? Das sind für mich zwei Paar Schuhe..

Und ja Hebammen werden von W*leda geworben, genau so aber auch von Dentin*x, H*pp, P*mpers etc. Und geht man in die Praxis eines Kinderarztes sieht man die L*fax und Impfwerbung. :keinplan:

Benutzeravatar
stitti78
Beiträge: 888
Registriert: Do 22. Nov 2012, 17:15
Wohnort: Dresden

Re: Hebammen als Esoterik-Verbreiter?

Beitragvon stitti78 » Do 14. Mär 2013, 08:55

Ähm ... Wa*la und Wel*eda haben für mich auch gar nix mit Esoterik zu tun :? . Dann müsste man ja sämtliche Homöopathie, Pflanzenheilkunde und ähnliches in einen Topf damit werfen?

Ich habe Hebammen bisher immer sehr besonnen erlebt. Mir ist es wichtig, dass sie die Grenze kennen zwischen Alternativmedizin und Schulmedizin, falls wirklich eine lebensbedrohliche Situation besteht. Aber nach der Aussage müsste ich ja selbst meine Kinderärztin als Esoterikerin bezeichnen :lol3:

Suppentopf, ich muss dir auch recht geben. Beworben werden alle Gesundheitsbranchen (mit Sicherheit nicht nur die) und das von allen Firmen. Wir hatten auch in der Allgemeinarztpraxis sehr regelmäßig eine Vertreterin von Wa*la da und sie war uns mit ihren Proben herzlich willkommen :pfeif:
Sternchen 11/02
Großer Spatz 03/05 - KH
Kleiner Spatz 06/08 - KH
Kleine Maus 05/13 - HG

Meow

Re: Hebammen als Esoterik-Verbreiter?

Beitragvon Meow » Do 14. Mär 2013, 09:11

Es tut mir leid, aber für mich hört sich das nach absolutem Blödsinn an. Aus dem Finger gesogen." ..was schreiben wir heute?".. "ah, wiss ma nix, kritisier ma mal Hebammen"
Nicht alles, was nicht schulmedizinisch ist, ist esoterisch :rolleyes: und wenns so wäre..
Mir kommt das ein bischen wie hexenjagd vor. Nicht ernst zu nehmen.

Benutzeravatar
Tarias
Beiträge: 349
Registriert: Mo 7. Mai 2012, 20:41

Re: Hebammen als Esoterik-Verbreiter?

Beitragvon Tarias » Do 14. Mär 2013, 20:35

Es tut mir leid, aber für mich hört sich das nach absolutem Blödsinn an. Aus dem Finger gesogen." ..was schreiben wir heute?".. "ah, wiss ma nix, kritisier ma mal Hebammen"
Nicht alles, was nicht schulmedizinisch ist, ist esoterisch :rolleyes: und wenns so wäre..
Mir kommt das ein bischen wie hexenjagd vor. Nicht ernst zu nehmen.
Meow,
ja so kommt es mir auch vor.
Die GWUP ("Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung paranormaler Ereignisse") mochte ich früher eigentlich recht gerne, weil sie einem wirklich handfeste, stichhaltige Informationen zu allen möglichen esoterischen Themen an die Hand gegeben haben.
Mittlerweile sind sie in ihrer Jagd auf Homöopathen aber so radikal und bar jeder Kritikfähigkeit, dass es zum kotzen ist.

Was mich einfach erschreckt, ist die Tatsache, wo sie mittlerweile überall ihre Finger drinhaben.
Impfkritiker würde sie ja auch am liebsten alle an die Wand stellen, über das Thema Hausgeburt hat sich ein "Skeptiker" in einem Blog auch schon ausgekotzt - was das alles noch mit Wissenschaft zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.

Ich werde wohl doch mal einen Brief schreiben. Und mir einen Schirm besorgen, wenn sie anfangen, mit fauelm Obst zu werfen :D
Bianca
HG 07/2009, HG 05/2011, AG 11/2013
Funke 08/2010 und Kelani 01/2013 fest im Herzen

Benutzeravatar
Nisi1981
Beiträge: 440
Registriert: Di 1. Mai 2012, 07:30
Wohnort: Kreis Düren
Kontaktdaten:

Re: Hebammen als Esoterik-Verbreiter?

Beitragvon Nisi1981 » Do 14. Mär 2013, 20:55

*IronieModusAn*
Ein bißchen :princess: kann doch jede Hebamme (Smilie in dem Fall als Zauberin mit ´Zauberstab benutzt).
Wie eine Hebamme das Gewicht des Babys hellsehen kann, oder einen ET vorhersagt, und das ganz ohne US und CTG grenzt doch an Zauberei. :D
Das die W*leda-Creme einen gereizten Babypo beruhigt, ist ebenfalls ein Wunder.
Aber das Bryophyllum-Pülverchen vorzeitige Wehen verschwinden läßt, ist schon höhere Magie.
*IronieModusAus*

Ich habe, mit allen meinen Hebammen (egal ob im KH oder eine von meinen 3en) die Erfahrung gemacht, dass sie sich völlig nach der Frau richten.
Ist sie offen für Homöopathie oder Pflanzliches oder eben W*eleda, dann bekommt sie es (angeraten), falls sie 100%ig auf der "Schulmedizin-Welle" schwimmt, eben nicht, ist sie unentschlossen, versucht man´s.

Und obwohl z.B. Hebamme Nr.2+3 die "Homöopathie"-Tanten (jedenfalls bei mir) waren, würde ich behaupten, dass sie, wenn´s drauf ankommt, eher zu schulmedizinischen Tricks greifen würden.

Auch hier gilt, wie für mich immer: Jedem wie er mag.



Der Artikel ist jedenfalls :klatsch:
Rabenmutter aus Überzeugung

4 Töchter, man gönnt sich ja sonst nichts
PiA (03/2004) KH-Geburt
Wildsau (08/2006) ambulante KH-Geburt
Huddel (12/2009) halbgeplante HG
Mops (06/2012) geplante HG

und für die Seele:
English Cocker Spaniel vom Zarendorf

maia

Re: Hebammen als Esoterik-Verbreiter?

Beitragvon maia » Sa 16. Mär 2013, 12:23

Das ist ja ein dicker Hund, vor ein paar Hundert Jahren hieß es, die Hebammen sind mit dem Teufel im Bund. Ich bin gespannt, wann sich die Materialisten dazu versteigen, Hebammen als Kindeswohlgefährderinnen zu bezeichnen. Bei Eltern, die ja keinen Berufsverband haben, klappt das ja schon. Alles was Materialisten nicht messen können, existiert ihrer Meinung nach nicht, das heißt wohl, daß wir geistlose Biomaschinen sein müssen. Die Hebammen und Alternativ-Mediziner, die mit unschädlichen Krücken arbeiten, haben im Grunde erkannt, daß jeder sein eigener Heiler ist, der sich gesund machen kann, aber zu ihnen kommt und nach einer hilfreichen Krücke fragt. Und oftmals hilft einfach Bettruhe und sich besinnen, was schief gelaufen ist.

Fee11
Beiträge: 67
Registriert: So 2. Sep 2012, 11:12

Re: Hebammen als Esoterik-Verbreiter?

Beitragvon Fee11 » So 17. Mär 2013, 10:37

Ich kenne jetzt natürlich den Artikel nicht, auf den ersten Blick klingt es aber sehr verallgemeinernd. Ich finde es schade und im Endeffekt sogar gefährlich, wenn man Hebammenbegleitung in Richtung Hokuspokus stellt und damit die medizinische Bedeutung der Hebammen runterspielt. Meine Hebamme hat mir nie irgendwas "Esoterisches" empfohlen, auch keine Homöopathie, was mir sehr recht so war. Dafür habe ich von mehreren schulmedizinschen Ärzten (Hausärzte, HNO-Ärzte etc) schon mal homöopathische Medikamente verschrieben bekommen ohne danach gefragt zu haben (habs nur an den D oder C mit Nummer bzw. beim Lesen der Packungsbeilage erkannt). Persönlich kann ich mit Homöopathie nichts anfangen, da das Konzept mit dem Verdünnen und rituellen Schütteln mir persönlich unlogisch erscheint (ich zweifel aber nicht daran, dass es Menschen hilft, die davon überzeugt sind), halte aber an sich sehr viel von Naturheilkunde wie Tees mit Heilkräutern. Mich stört es immer, wenn da verschiedenste Methoden und Konzepte alle in den gleichen Topf geworfen werden.

Was an W*leda jetzt esoterisch sein sollte, kann ich nicht erkennen, aber ich habe mich auch nie mit den Medikamenten beschäftigt sondern nur mit der Naturkosmetik.


Zurück zu „Infothek“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron