Häufiger ADHS durch moderne Geburtshilfe?

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fiori
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Häufiger ADHS durch moderne Geburtshilfe?

Beitragvon fiori » So 24. Feb 2013, 23:57

Nach dem ich mir die Wiederholung
http://videos.arte.tv/de/videos/neun-mo ... 24982.html

angesehen habe, geistert mir das jetzt im Kopf herum.

Gibt es solche Vergleiche schon irgendwo?
(Ein x beliebiges Land hat x Krankenhausgeburten die Eingeleiten wurden/ PDA gelegt wurde/ KS gemacht wurde,... und x diagnostizierte ADHS Kinder 6/7 Jahre später (Schulanfang)


Wenn es so etwas noch nicht gibt, wer und wie könnte man so eine Studie beginnen/durchführen?
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strophenlilly
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Re: Häufiger ADHS durch moderne Geburtshilfe?

Beitragvon strophenlilly » Mo 25. Feb 2013, 13:55

Oh je... da hör ick doch schon die Scheinkorrelation trapsen.

SO sehr ich auch für Hausgeburten und gegen diesen ganzen medizinisch-technischen Wahnsinn bin, so vorsichtig wäre ich auch mit solchen wilden Rückschlüssen.
Man kann doch auch nicht ALLES aus dem Wie der Geburt herleiten. Ich denke, gerade Sachen wie ADHS werden noch durch eine Vielzahl anderer Faktoren bedingt.
Und vornweg, bevor man solche Untersuchungen überhaupt andenken könnte, müsste m.E. die punktgenaue Definition von ADHS stehen, die auch die medizingeschichtliche Evolution von ADHS beinhalten würde. Es besteht natürlich auch ein Unterschied zwischen tatsächlichen und diagnostizierten Fällen, usw.

Ich glaube, der Zusammenhang besteht eben nicht so einfach nach dem Schema: je mehr KH-Geburten/KS, desto mehr Fälle von ADHS.
Vielleicht geht es sogar eher in die Richtung: Je mehr durchsetzt eine Gesellschaft ist vom Glauben und der Hingabe an Medizin und Technik (und je mehr sie demzufolge von biopolitischen Strukturen durchwirkt und beherrscht wird), desto mehr wird einesteils die Geburt technisiert (KH/KS) und desto mehr wird anderenteils Verhalten kategorisiert, analysiert und pathologisiert, so dass Diagnosen wie ADHS hervorgebracht werden.

fiori
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Re: Häufiger ADHS durch moderne Geburtshilfe?

Beitragvon fiori » Mo 25. Feb 2013, 14:30

Danke einmal für deine Antwort :hallo:

Ich bin durch den Bericht (wo ich den Link oben eingestellt habe) in´s Grübeln gekommen. Hast du den gesehen?

Es geht unter anderem auch darum, dass man durch immer modernere Technik als Schwangere nicht nur in Sicherheit gewogen wird, sondern auch oft mal über Wochen hinweg durch Angst um das Baby begleitet wird. Dabei werden -leider hab ich mir nicht gemerkt welche- Hormone ausgeschüttet, die in einer "sorgenfreien" Schwangerschaft nicht (bzw nicht in dieser Dosis) ausgeschüttet würden.

Das, gepaart mit dem -zB- "sie haben zu wenig Fruchtwasser, wir leiten morgen ein", "es geht nichts weiter, wir legen eine PDA", "dem Baby geht es aufgrund eines Geburtsstillstandes schlecht" "Not"-KS und den Medikamenten die man bekommt, würden für mein Laienhirn schon eine Verbindung für "unruhigere Baby´s/ Kinder mit Konzentrationsschwächen" geben.

Was ich gelesen habe ist ADHS eine Stoffwechselstörung im Gehirn, oder? Da wäre es interessant, ob diese Störung durch eine Schwangerschaft/Geburt beeinflusst wird.


Ich habe mal gelesen, dass sich auch die Ausprägung zu Homosexualität im Mutterleib durch das Ausschütten von Hormonen bilden KANN. Ob es stimmt :keinplan:
Oder auch die links/ Rechtshändigkeit (je nachdem welches Ohr häufiger zur Bauchseite zeigt,...)Oder dass Kinder die Stimme der Mama/Personen die schon in der Schwangerschaft gehört wurden nach der Geburt beruhigend finden und andere beängstigend.

Da ich in meinem Bekanntenkreis leider einige Mamas mit sehr lebhaften ;) Kindern kenne, die durch die Bank eine schwierige Geburt, sorgenvolle Schwangerschaft,... hatten und ich nun diese Doku sah kreisen meine Gedanken nun um dieses Thema.
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Re: Häufiger ADHS durch moderne Geburtshilfe?

Beitragvon Antonia » Mo 25. Feb 2013, 14:37

Da ich in meinem Bekanntenkreis leider einige Mamas mit sehr lebhaften ;) Kindern kenne, die durch die Bank eine schwierige Geburt, sorgenvolle Schwangerschaft,... hatten und ich nun diese Doku sah kreisen meine Gedanken nun um dieses Thema.
Wenn es danach ginge, gäbe es in meinem Bekanntenkreis fast ausschließlich Kinder mit ADHS... ;)
Die Schwangerschaft wird so häufig völlig in den Fokus gestellt und alles wird verkompliziert, pathologisiert,...die schwierige Geburt, während der Mutter und Kind beinahe gestorben wären, ist ja lediglich logische Konsequenz.
Wenn das tatsächlich ursächlich für ADHS sein sollte...hätten wir kaum noch Kinder, die 2 min still sitzen können...


Homosexualität durch die "falschen" Hormone in der Schwangerschaft?? :lol3: Das halte ich wirklich für Unsinn...

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Re: Häufiger ADHS durch moderne Geburtshilfe?

Beitragvon phoenix14 » Mo 25. Feb 2013, 15:12

Kinder haben einen starken Bewegungs- und Tatendrang, aber heutzutage ist es leider oft nicht mehr möglich, diesen auszuleben und dann kommen auch Faktoren wie viele Termine, Reizüberflutung, Leistungsdruck und so weiter dazu.

Gestresste Eltern machen unruhige Kinder und auch unruhige Schwangere können unruhige Babys im Bauch haben und dann stresige Neugeborene.

Über den Einfluss von Hormonen auf Homosexualität gibt es doch einiges an wissenschaftlichen Untersuchungen.

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Re: Häufiger ADHS durch moderne Geburtshilfe?

Beitragvon uvd » Mo 25. Feb 2013, 15:35

wenn, dann findet man solche statistiken und untersuchungen hier:
http://www.birthworks.org/site/primal-h ... words.html

die keywords sind englisch, also in dem fall "ADHD"

Meow

Re: Häufiger ADHS durch moderne Geburtshilfe?

Beitragvon Meow » Mo 25. Feb 2013, 20:20

Ich kann mir auch vorstellen, dass sehr vieles mit der pränatalen Zeit zusammenhängt/vieles darauf zurückzuführen ist. Sicher nicht alles, aber vieles.

Bei ADHS ... :keinplan: :? Da glaub ich eher, dass Eltern, die ihre Kinder ständig beim Spielen stören, zu wenig Bewegung ermöglichen, die Kinder immer still halten wollen, Tag ein Tag aus vor den Fernseher hocken,.. eher schuld sind, dass sich ihre Kinder nicht konzentrieren können.
Ich glaub aber diese Diagnose wird viel zu früh gestellt, eigentlich müsste jeder ADHS haben. Wir sind ja praktisch überflutet von Reizen...

Das mit der Homosexualität würde mich interessieren. Hast du nen Link dazu? Das mit Links/Recktshänder hab ich auch noch nie gehört, obwohl ich mich sehr eingehend mit der pränatalen Psychologie befasst habe

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Re: Häufiger ADHS durch moderne Geburtshilfe?

Beitragvon fiori » Mo 25. Feb 2013, 22:35

Das mit Links/Recktshänder hab ich auch noch nie gehört, obwohl ich mich sehr eingehend mit der pränatalen Psychologie befasst habe
Ich bin da ganz zufällig mal darüber gestolpert als ich mich wegen der intaurinen Lagen schlau machen wollte. Das ist der Link dazu
http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen ... pter4.html
Da ich aber nur darüber gestolpert bin, hab ich nicht nachgelesen, ob das wiederlegt wurde oÄ.

PS: Den anderen Link suche ich noch
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Re: Häufiger ADHS durch moderne Geburtshilfe?

Beitragvon strophenlilly » Di 26. Feb 2013, 13:04

Ja, den film hab ich auch gesehen und bin auch über diese Aussage gestolpert... aber für mich ist´s eben nicht so stimmig.

Ich geb dir schon recht, natürlich, dass das Wie einer Schwangerschaft und Geburt einiges am Kind beeinflussen KANN. Ich denke nur, dass es danach und davor (Gene) noch mehr als genügend anderer Faktoren gibt, die den Menschen der da ausgetragen und geboren wurde, beeinflussen.

Speziell in so einem Feld wie ADHS finde ich auch, dass es Unmengen von Cofaktoren gibt, die du da mit reindenken musst. Also, nein, vor solchen einfachen Rückschlüssen würd ich mich trotzdem hüten.

Mag aber auch sein, dass ich dem von vornherein nicht unbedingt wohlgesonnen bin. Solche Geschichten wie "wer im Bauch linksrum liegt, der schreibt dann mit links" (stark runtergebrochen), verleiten doch wieder nur dazu, alle Kinder schon im Reagenzglas auf rechts zu polen, bzw den Bauch wieder ein Stück weiter zu verglasen.
Das soll nicht heißen, dass in diese Richtungen nicht geforscht werden soll. Aber erstens gefällt mir oft der Umgang mit den Ergebnissen nicht. Zweitens kann man sich da auch Zusammenhänge herbeidichten, die man so vlt gar nicht ergründen kann und muss.


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