Durchtauchreflex...Das Märchen von den schlechten Herztönen

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Suppentopf

Re: Durchtauchreflex...Das Märchen von den schlechten Herztö

Beitragvon Suppentopf » So 29. Jul 2012, 20:57

die dämlichste rechtfertigung (im nachhinein!!) für nen wks: kind 5 tagevor errechnetem et rausgeschnitten, hinterher: der wäre eh nie von selber gekommen, der war so faul... :irre3: :hehe: und hat ausserdem noch irgendwie ein bisschen doof gelegen... ich dachte, ich hätte schon jeden blödsinn gehört, aber das hat mir echt die schuhe ausgezogen...!!!!!!! :lol3: :3affen:
:shock: :kotz:

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die eule
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Re: Durchtauchreflex...Das Märchen von den schlechten Herztö

Beitragvon die eule » So 29. Jul 2012, 21:54

ganz so ein märchen sind schlechte herztöne leider nicht. denn wenn sich die herztöne selbst in den wehenpausen nicht erholen, sondern weiter absacken, dann hat das nix mehr mit durchtauchreflex zu tun. ich hatte nämlich das pech. meine tochter war in einer recht ungünstigen lage zur geburt (dorsoposteriore vorderhauptslage), es gab keine manipulationen oder ähnliches. meine hebamme hielt sich sehr zurück und ließ mich gewähren. ab und zu kontrollierte sie die herztöne mit dem doppler. in der letzten halben stunde der pressphase wurde sie langsam unruhig. die herztöne fielen immer wieder unter 100 schläge, tendenz fallend. sie ließ mich oft positionen wechseln und tief in den bauch atmen. das half nur kurzzeitig.

keine zehn minuten vor der geburt fielen die herztöne bis auf 65 schläge pro minute. jetzt musste sie handeln. ich musste in rückenlage und powerpressen, dabei schob ich sanft aber bestimmt meinen bauch runter. dummerweise hatte ich in dieser blöden position kaum pressdrang und das ganze zog sich in die länge. der angekündigte dammschnitt und hinterdammgriff verhalfen dem kopf meiner tochter nach draußen. ab da hatte ich wieder das ruder in der hand. die kleine war rosig und wohlauf - aber die nabelschnur dreimal um den hals (recht locker). keiner konnte sich erklären, warum die herztöne in den keller gingen. war der druck aufs kindliche köpfchen zu groß? wurde an einer stelle doch die nabelschnur abgeklemmt? es kann sich bis heute keiner erklären.
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Antonia

Re: Durchtauchreflex...Das Märchen von den schlechten Herztö

Beitragvon Antonia » So 29. Jul 2012, 22:03

Eule, ich glaube, das wissen auch alle, dass es wirklich schlechte Herztöne gibt und dass dann auch gehandelt werden muss. Leider gelten aber wohl häufig auch die "normal abfallenden" Herztöne unter den Wehen, selbst wenn sie sich in den Wehenpausen normalisieren, als Kaiserschnittindikation...
Daher hört man das so häufig. Dass die Herztöne wirklich schlecht sind, passiert ja nicht sehr oft und wäre- wie bei dir- ja auch nicht zwingend ein KS-Grund.

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die eule
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Re: Durchtauchreflex...Das Märchen von den schlechten Herztö

Beitragvon die eule » So 29. Jul 2012, 22:15

na drei mal darfst du raten, was mir in der klinik geblüht hätte :panik: :shock: :saege:. du hast schon recht, bei "schlechten" herztönen (und die meisten davon sind nicht mal unter 100 schlägen) wird in der klinik gerne geschnibbelt und gesaugglockt. zumal viele frauen auch per ctg aufs kreisbett gefesselt sind.
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Re: Durchtauchreflex...Das Märchen von den schlechten Herztö

Beitragvon parapluies » So 29. Jul 2012, 23:09

deswegen ist es ja so wichtig eine wirklich gute Hebamme an der Hand zu haben!
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Re: Durchtauchreflex...Das Märchen von den schlechten Herztö

Beitragvon weiße wölfin » Mo 30. Jul 2012, 07:28

Kann ich gleich was zu beitragen: mein Jüngster hatte einen echten Nabelschnurknoten. Eigentlich alle, die das später mitbekommen haben, haben mimisch oder ausdrücklich den Kommentar abgegeben, dass ich bzw er dann ja echt Glück hatte, trotz Hausgeburt zu überleben... :zahnlos:
Ich fand es eher toll...was besonderes! ;)
vor allem TROTZ HG, als obs den knoten im KH nicht gegeben hätte :klatsch:
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Re: Durchtauchreflex...Das Märchen von den schlechten Herztö

Beitragvon pünktchen » Mo 30. Jul 2012, 08:20

Na in der Klinik hätte man doch direkt ne Intensivstation gehabt wo man das Kind wiederbeleben hätte können.

Meine kleine hatte auch zwischenzeitlich als sie endlich richtig ins Becken gerutscht ist deutlich abgesackte Herztöne (bis auf 90). In der Klinik wäre wahrscheinlich allerspätestens das ein Grund für ein :saege: gewesen.

Spannend finde ich auch immer wenn man hinterher nach den APGAR Werten fragt. Die sind ja oft trotzdem bestens gewesen, trotz miserabler und lebensbedrohlicher Herztöne, Nabelschnur um den Hals,... Aber das bringt die wenigsten zum nachdenken
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Re: Durchtauchreflex...Das Märchen von den schlechten Herztö

Beitragvon Arwen » Mo 30. Jul 2012, 08:56

Spannend finde ich auch immer wenn man hinterher nach den APGAR Werten fragt. Die sind ja oft trotzdem bestens gewesen, trotz miserabler und lebensbedrohlicher Herztöne, Nabelschnur um den Hals,... Aber das bringt die wenigsten zum nachdenken
Genau das ist was mich auch immer wieder wundert! oder dann dieser schreckliche ph wert, der ja sooo grenzwertig war :irre3:

Bei meinen beiden Geburten waren auch die Herztöne unter den Wehen immer schlechter, aber in den Pausen sind sie wieder besser gewesen, bei der Minimaus dürften sie sich gegen Ende in den Wehenpausen auch verschlechtert haben, da ich schon erschöpft war und lange ncihts gegessen hatte (hatte auch gar keinen appetit) und somit bekam ich etwas zuckerwasser in die vene und dann gings wieder bergauf. wie teif der wert unten war weiß ich nciht, werde aber demnächst meine KH Akte anfordern, vielleicht werde ich daraus schlauer :?
lg Arwen

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Re: Durchtauchreflex...Das Märchen von den schlechten Herztö

Beitragvon fiori » Mo 30. Jul 2012, 08:58

Ich hab einen Video gefunden den ich einfach mal einstelle. Er hat nichts mit dem Durchtauchreflex zu tun, aber mit der Sauerstoffversorgung während der Wehen.
Das original Video stammt von http://www.highimpact.com/project/contraction-effects



Während der Wehen zieht sich der Uterus (Gebärmutter) zusammen, um die Cervix (Muttermund) zu öffnen und das Kind herauszuschieben.

o Sauerstoff o Kohlendioxid

Bei jeder Kontraktion wird die Blutzufuhr und der Sauerstofftransport zur Plazenta (Mutterkuchen) reduziert und damit ebenfalls deren Verfügbarkeit für das Baby erschwert. Wenn sich der Uterus in den Wehenpausen dann entspannt, normalisiert sich der Sauerstofftransport wieder.

____Wehendruck, ____Blutdurchfluß im Uterus % , ____Hirndruck, ____ Blutdurchfluß im Baby %, ____Blutdruck im Baby

Ein gesundes Baby kann dies tolerieren, wie auch ein Erwachsener kurz die Luft anhalten kann. In den Wehenpausen wird dies kompensiert. In jeder Wehen steigt der Hirndruck des Babys. Diese Drucksteigerung würde normalerweise die Blutzufuhr zum Gehirn des Babys reduzieren, aber der Druckanstieg im Gehirn wird durch eine allgemeine Blutdrucksteigerung des Babys kompensiert und damit die Versorgung der Gehirnzellen sichergestellt. Bei normalen Wehen werden die Hirnzellen nicht geschädigt.

Jede Wehe kann gemessen und abgebildet werden. Ein normales Wehenmuster weist weniger als 6 Kontraktionen in 10 Minuten auf. Die Wehen dauern kürzer als 90 Sek. und zwischen den Wehen gibt es eine Pause von mindestens 1 Minute.
Die deutsche Übersetzung zu dem Video stammt von http://birthtimedoula.wordpress.com/tag/geburt/


Jetzt noch eine Frage von mir... müsste der Herzschlag während der (Eröffnungs)wehen nicht höher werden? Eben weil weniger Sauerstoff in der Zeit zu den Zellen kommt. Das wäre meiner Meinung nach die logische Konsequenz, wie der Körper den fehlenden Sauerstoff versucht auszugleichen. Reagiert er mit zu wenig Herzschlägen wäre es ja dann noch weniger Sauerstoff der in´s Gehirn transportiert wird. :gruebel: Das macht der Körper normalerweise nicht - Überlebenstrieb,...Oder reicht der beschriebene Druckanstieg? Dann müsste das Herz nicht schneller schlagen. Aber auf langsamer komme ich in meinem Gedankenspiel wirklich nicht?
Mit dem Durchtauchreflex hat das nichts zu tun, aber es war hier auch schon die Reden von "normalem Herztonabfall" in den Wehen. Darum meine Gedanken.
Zwergi 2010 sek KS
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Re: Durchtauchreflex...Das Märchen von den schlechten Herztö

Beitragvon brummel » Mo 30. Jul 2012, 09:25

Ich habe gerade mal bei Rockenschaub nachgeschaut.
Zur Überwachung der Herztöne unter der Geburt sagt er folgendes:

- die Herzfrequenz ist beim gesunden Menschen immer unregelmäßig, chaotisch, ein chaotisches System kann sich nämlich an unterschiedliche Situationen und Belastungen am besten anpassen
- wird die Herzfrequenz regelmäßig, ist das ein Zeichen, dass es dem Organismus schlecht geht (z.B. vor einem Herzinfarkt schlägt das Herz sehr regelmäßig)
- Regelmäßigkeit der Herztätigkeit ist mit den heute üblichen Überwachungsmethoden nicht feststellbar
- Aussagekraft der fetalen Herztonüberwachung: Herztöne da=Kind lebt / Herztöne weg=Kind tot, alle Aussagen die darüber hinaus gehen, sind nicht mehr wert als ein Hühnerorakel
- um die Herztöne zu überprüfen reicht ein Stetoskop alles was darüber hinausgeht bringt kein besseres Outcome
- aussagekräftiger sind die Kindsbewegungen, die könnten aber auch nicht mit den üblichen Apparaten sinnvoll abgeleitet werden. Sie können so wie die Herztöne am besten mit dem Stetoskop gehört werden
- einziger Erfolg des breiten CTG-Einsatzes: mehr unnötige Kaiserschnitte, "Hexenjagd" auf Hebammen, die nicht ständig Herztöne kontrollieren und Druck "etwas" zu tun auf alle Geburtshelfer
- "regelwidrige" Herztöne sind willkürlich festgelegt, keinesfalls wissenschaftlich fundiert.

So, das war jetzt sehr kurz zusammengefasst.
Welche Herzfrequenz normal oder unnormal ist, darüber lässt er sich gar nicht aus. Ich schätze, dass er denkt, so lange das Herz schlägt, ist alles okay.
Das würde vielleicht auch erklären, warum deine Maus rosig und gesund war, trotz der "schlechten" Herztöne
Zuletzt geändert von brummel am Mo 30. Jul 2012, 11:58, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: den Fehlerteufel ausgetrieben
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