Klagen gegen Ärzte bei Zusammenarbeit mit Hebammen

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Josie2013
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Re: Klagen gegen Ärzte bei Zusammenarbeit mit Hebammen

Beitragvon Josie2013 » Mi 11. Nov 2015, 10:48

Ich hab mich von den Forumilierungen aber eben doch deutlich angegriffen gefühlt. Und grundsätzlich gehts für mich in dem Schreiben noch immer vor allem ums Geld und nicht um die Schwangere oder das Kind.
Ich verstehe das. Sehr gut sogar. Mir ist meine Freiheit, Selbstbestimmung und -verantwortung heilig. Jedoch dürfen wir hier keine persönlichen ethisch-philosophischen Fragen mit juristischen verwechseln. Ärzte und Hebammen sind in ihrer Arbeit jeweils haftbar und möchten aus verständlichen Gründen möglichst wenig Spielraum für Regressforderungen lassen - und natürlich auch von ihren Berufen leben.
Juristische Vertretung von Interessensgruppen muss das Ganze selbstredend noch weitaus schärfer formulieren und irgendwo auch übers Ziel hinausschießen.
Irgendwo ist das auch immer wieder ein Vorteil der Ärzte gegenüber den Hebammen: sie haben einfach die bessere rechtliche Vertretung.

Ich habe tatsächlich sehr viele gute Gyn-Erfahrungen gemacht, nicht nur hier in LG, auch in HH, wo ich in einer Praxis damals war, in der überall extra Schilder aushingen, die die Vorsorge bei einer Hebamme empfahlen.
Und ganz blöde Gyns hatte ich auch schon, die noch nie gehört hatten, dass Hebammen eine Schwangerschaft begleiten... Es gibt überall solche und solche. Man muss ihnen vielleicht auch zugute halten, dass tatsächlich viele Hebammen in Vor- und Nachsorge mit den Gyns gar nichts zu tun haben, außer dass beide ihre Vermerke im Mutterpass machen.
Und: ich habe schon häufig rechtlich nicht einwandfreies Gemauschel von Hebammen erlebt (nicht meine). Abrechnung nicht erbrachter Leistungen bis hin zu Geburtsbetreuung ohne Versicherung, ja auch das allseits beliebte ET-Schummeln ist rechtlich nicht ok, man kann sagen was man will. Auch wenn man argumentiert mit "Ja aber sie haben ja gar keine andere Wahl mehr..." - rein rechtlich ist es NICHT ok. Und immer wieder spannend, dass es superkorrekte HG-Hebammen gibt, wie bspw. meine - die trotzdem noch HGs mit allem drum und dran anbietet. Und solche, die sagen, sie können es nur anbieten, wenn sie mauscheln. Dass sie gerade im Gyn-Verband keine Freunde damit finden, ist nachvollziehbar.
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Katzenmama
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Re: Klagen gegen Ärzte bei Zusammenarbeit mit Hebammen

Beitragvon Katzenmama » Mi 11. Nov 2015, 21:11

Ich möchte dazu auch etwas anfügen. Eine gute Feundin von mir arbeitet als Ärztin in der Gyn. Sie zeigte mir ein kürzlich in der Zeitschrift "Der Frauenarzt" veröffentlichtes Editorial.
Es stammt vom Berufsverband der Frauenärzte in dem der Berufsverband die wichtige Rolle der Frauenärzte für die Gesundheit der Frauen sehr betonte.
Sie schreiben darin, daß es Aufgabe der Frauenärzte sei, die "vaginale Gesundheit" der Frau zu beachten, um weiterhin so gute Morbiditäts und Mortalitätsdaten in Deutschland zu erreichen.

Zitat:
"Die perinatale Morbidität und Mortalität von Mutter und Kind ist auf einem der niedrigsten Level der Welt angelangt. Sie ist nur durch strikte Beachtung der vaginalen Gesundheit und der Krankenhaus-Level-Regel sowie der Vermeidung von Übergewicht und Abusus, aber auch außerklinischer
Geburten weiter zu verbessern."

So, wie meine Freundin das verfolgt, versucht der Berufsverband Hebammen und ausserklinische Geburtshilfe möglichst auszugrenzen. Vor ein paar Jahren gab´s wohl schonmal einen Artikel, in dem eine Ärztin sich in einer Fachzeitschrift über die Vorsorge durch Hebammen mokierte.

Vermutlich spiegelt das nicht die Haltung der Mehrzahl der Ärzte wieder, aber der Berufsverband versucht durch gezielte Informationen Stimmung gegen Hebammen und Hausgeburten zu machen.

Siehe auch deren Stellungsnahme zur Sicherheit von Haugeburten in der sie sich auf eine englische Studie beziehen, die sie grob fehlerhaft widergeben.
http://www.rabeneltern.org/index.php/wi ... cher-daten
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zorrochen
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Re: Klagen gegen Ärzte bei Zusammenarbeit mit Hebammen

Beitragvon zorrochen » Do 12. Nov 2015, 16:48

Josie damit hast du bestimmt recht.
Ich hab von der Materie auf der anderen (der Arzt-)Seite ja auch keine Ahnung.
Und das mit den Hebammen stimmt wohl auch. Deswegen würd ich mir meinen ET von vornherein selbst hinschummeln, z.B.
Ich mein, eine großzügigere Interpretation des Zyklusses von Seite der Hebamme sähe ich jetzt nicht eng (ich denk an was wie: der Test war bei NMT+2 schwach, da war bestimmt die Einnistung 3 Tage später....)

Ach, es ist doch alles ein Ärger in der Thematik.

Ja die Hebammen schummeln. Zumindest manche manchmal. Aber irgendwie liegts doch bei den meisten am Herzenseinsatz.
Und ich war meiner dankbar als sie sagte, dass BEL nirgends auftauchen dürfe, wenn ich die Geburt Zuhause durchziehen werde, sollte es so kommen (denn sie wollte mich dann lieber betreuen, als mich zu einer AG zu "zwingen", denn in eine Klinik, sagte ich ihr, würde ich nicht gehen.)
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Re: Klagen gegen Ärzte bei Zusammenarbeit mit Hebammen

Beitragvon weib1969h » Di 17. Nov 2015, 09:09


GreenBirth fragte brieflich GKV Spitzenvertreterin an. Frau Kötter rief mich soeben an:

Es sei unverändert so, dass Ärzte pro Quartal eine Pauschale + besondere Leistungen, Hebammen auf einem anderen Finanzstrang abrechnen.

Es ist der GKV diesbezüglich nicht bekannt, dass es ärztliche Aktivitäten gibt, welche von der parallelen Hebammenvorsorge wegen Anzeigen seitens der GKV abraten.

Sie sei schon von einer Patientenvertreterin diesbezüglich angesprochen worden.

Es kann zu Abrechnungsärger nur dann kommen, wenn am selben Tag der Arzt eine Untersuchung vornimmt und genauso die Hebamme. Das sei nämlich nicht vorgesehen.

Es gibt seitens der GKV keine Grundlage dafür, dass Eltern sich zu einer Entscheidung, zwischen Arzt oder Hebamme wählen zu müssen, drängen lassen.

Hg Irene Behrmann

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Re: Klagen gegen Ärzte bei Zusammenarbeit mit Hebammen

Beitragvon zorrochen » Di 17. Nov 2015, 10:32

Danke für die Info!

Ich stell mir jetzt vor,d ass das Problem war, dass die Hebamme die Untersuchung gemacht hat und die Frau dann zum US zum Arzt geschickt hat.
Wahrscheinlich bedeutet es einfach: Wenn US, dann macht bei dem Termin auch der Arzt die Vorsorge.
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Re: Klagen gegen Ärzte bei Zusammenarbeit mit Hebammen

Beitragvon weib1969h » Di 17. Nov 2015, 10:37


am gleichen tagist das problem, steht da.

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Re: Klagen gegen Ärzte bei Zusammenarbeit mit Hebammen

Beitragvon Johanna » Di 17. Nov 2015, 10:47

Sag ich doch... ;) Viel Aufregung um nix.
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