Kosten für GH Geburt nach KS verweigert

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Felicitas
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Re: Kosten für GH Geburt nach KS verweigert

Beitragvon Felicitas » Mo 13. Jul 2015, 21:20

Ich stimme euch ja zu, dass die Krankenkasse Hausgeburten und Geburtshausgeburten bezahlen sollte, aber ihr habt einfach die falschen Argumente.

Die Krankenkasse würde auch die Behandlung bezahlen wenn Mutter oder Kind bei einer Hausgeburt geschädigt werden und die Hausgeburten werden nicht deshalb nicht bezahlt, weil das Geld für Wunsch-KS ausgegeben wurde und die Krankenkasse jetzt pleite ist.
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junikol
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Re: Kosten für GH Geburt nach KS verweigert

Beitragvon junikol » Mi 15. Jul 2015, 09:34

Hmm, ich finde die Argumente jetzt nicht so weit hergeholt. Die Krankenkasse zahlt die Kosten für Behandlungen, die durchs Rauchen entstehen (nicht nur bei Schwangeren) - trotzdem ist es das freie Recht jedes erwachsenen Menschen, sich für oder gegen das Rauchen zu entscheiden. Die Kosten mögen pro Person nicht so hoch sein wie bei einer Geburtsschädigung, aber in der Gesamtheit denke ich doch um ein vielfaches höher. Mal abgesehen davon, dass das Risiko, durch rauchen gesundheitliche Probleme zu erleiden um einiges höher ist, als das Risiko, dass es bei einer Hausgeburt oder Geburthausgeburt zu gesundheitlichen Problemen kommt. Und selbst dieses Risiko ist ja laut bestehender Studien nicht höher als bei einer Klinkgeburt. Ich kann daher nicht nachvollziehen, mit welcher Begründung man Frauen das Recht abspricht, im Einvernehmen mit der Hebamme zu entscheiden, wo die Geburt stattfinden soll.
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Arietty
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Re: Kosten für GH Geburt nach KS verweigert

Beitragvon Arietty » Mi 15. Jul 2015, 12:38

Ich kann daher nicht nachvollziehen, mit welcher Begründung man Frauen das Recht abspricht, im Einvernehmen mit der Hebamme zu entscheiden, wo die Geburt stattfinden soll.
dem stimme ich voll zu
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Felicitas
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Re: Kosten für GH Geburt nach KS verweigert

Beitragvon Felicitas » Mi 15. Jul 2015, 13:48

Ich kann daher nicht nachvollziehen, mit welcher Begründung man Frauen das Recht abspricht, im Einvernehmen mit der Hebamme zu entscheiden, wo die Geburt stattfinden soll.
dem stimme ich voll zu
Große Geburtszentren mit automatisierter Überwachung der Entbundenwerdenden sind profitabler für die Aktiengesellschaft, die das Krankenhaus betreibt. Das reicht offensichtlich als Begründung.
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Arietty
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Re: Kosten für GH Geburt nach KS verweigert

Beitragvon Arietty » Mi 15. Jul 2015, 15:17

Mir ist nicht so recht klar warum die Kassen in dem Ausmaß mitspielen, die Kosten sind ja enorm das mit zu tragen.
Im Prinzip kann jede Frau nicht nur im Krankenhaus gebären sondern auch noch 5 Tage oder länger bleiben, selbst wenn dazu keine "Notwendigkeit" dazu besteht. Das ist ja ein riesiger Kostenberg :?
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Biiibi
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Re: Kosten für GH Geburt nach KS verweigert

Beitragvon Biiibi » Mi 15. Jul 2015, 16:57

Also die GH`s in der Schweiz bieten meines Wissens alle ebenfalls ein WoBe an und man bekommt da wesentlich "mehr fürs Geld" als in einem KH.
Einzelzimmer mit Doppelbett, tolles selbstgekochtes Essen, viel engere Betreuung, usw.
Bei meinem GH hat letztes Jahr lediglich eine Frau ambulant entbunden, so ein schönes WoBe lässt man sich nicht entgehen :pfeif:

Finanziell bekommen aber seit der Fallpauschale wohl alle gleich viel für eine natürliche Geburt. Evt. fürchtet die KK hohe Kosten für Kinder mit Geburtsschäden? :keinplan:
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Arietty
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Re: Kosten für GH Geburt nach KS verweigert

Beitragvon Arietty » Mi 15. Jul 2015, 17:14

Das ist hier in Deutschland anders.

Eine vaginale Geburt kostet in einer Klinik mit angestellten Hebammen: 1.594 – 2.146 Euro.Darin enthalten sind durchschnittlich 3 - 5 Tage Aufenthalt nach der Geburt.
Hinzu kommt der Preis für das Neugeborene von 811 Euro für ein gesundes Neugeborenes mit einem Gewicht über 2.500 g.
Nur ca. 65% der Neugeborenen werden über diesen Preis abgerechnet.
Nach Abzug von ca. 10% Frühgeburten verbleiben 25% der Neugeborenen für die Preise zwischen 1.990 und 5.506 Euro bei einem Gewicht über 2.500 g und 5.884 bis 11.266 Euro bei einem Gewicht zwischen 2.000 g und 2.499 g berechnet werden.
Ein Kaiserschnitt kostet zwischen 2.505 und 5.366 Euro. Auch hier ist zusätzlich das o.g. Entgelt für die Betreuung der Neugeborenen zu zahlen.

Das gilt aber nur für angestellte Hebammen.
Beleghebammen in Kliniken sind schon anders aufgestellt.
Vaginale Geburt: 1.272 - 1.790 Euro Kaiserschnitt: 2.371 - 4.992 Euro Neugeborene: gleiche Pauschalen wie im Angestelltensystem kommen hinzu.

Für eine Beleggeburt erhält die Hebamme 237,85 Euro im Krankenhaus. Hinzu kommen für jeweils einen Besuch am Tag nach der Geburt 13 Euro. Für drei bis fünf Tage ergibt dies 39 - 65 Euro.

Für eine Hausgeburt erhält die Hebamme 548,80 Euro. Hinzu kommen 27,00 Euro für jeweils einen Besuch am Tag nach der Geburt. Für drei bis fünf Tage ergibt dies 81 - 135 Euro. Für eine 2. Hebamme können bis zu 164,80 Euro anfallen.

Für eine Geburt im Geburtshaus erhält die Hebamme 467,20 Euro. Hinzu kommen 27,00 Euro für jeweils einen Besuch am Tag nach der Geburt. Für drei bis fünf Tage ergibt dies 81 - 135 Euro. Für eine 2. Hebamme können bis zu 164,80 anfallen.

http://www.hebammenfuerdeutschland.de/kosten-geburt

Fazit ist es schon sehr teuer nur mit angestellten Hebammen zu arbeiten, noch wird das total gestützt von den Kassen.
Grüße Arietty
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Re: Kosten für GH Geburt nach KS verweigert

Beitragvon mewa78 » Mo 20. Jul 2015, 21:58

Das Argument von denen ist ja, dass die im NOTFALL sofort eingreifen können. Wäre der Alltag in den Kliniken so, dass auch wirklich NUR im Notfall eingegriffen würde und würde es dort eine 1:1 Betreuung geben, würde ich auch denken, in der Klinik wäre es minimal sicherer. Aber da die Bedingungen so sind, wie Biiibi sie in ihrem tollen Antwortbrief schildert, ist es im Krankenhaus gefährlicher, weil eben nicht nur im Notfall eingegriffen wird. Doch das ist meine Sicht. Deren ist bestimmt, dass es weiterhin im Krankenhaus ungefährlicher ist, weil jederzeit mit einem Kaiserschnitt “gerettet“ werden kann. Der Unterschied ist der, dass für unsereiner (nehme ich jetzt mal an?) nicht nur die Ruptur als Gefahr gesehen wird, sondern auch der rettende Kaiserschnitt, weil man gar nicht erst will, dass es so weit kommt, während Klinikpersonal überhaupt kein Problem im Kaiserschnitt sieht, das ist Routine und zugleich das jederzeit verfügbare Rettungsmanöver, weshalb die auch guten Gewissens mit Einleitung, PDA und ähnlichem eingreifen können und die Wahrscheinlichkeit einer Ruptur erhöhen können, denn der rettende Kaiserschnitt steht ja jederzeit bereit ...
Sie haben quasi das Totschlagargument: Im Notfall können wir in der Klinik sofort eingreifen, während die Hausgeburt erst verlegt werden muss ... Die Idee, dass im Krankenhaus eine Ruptur gar nicht unbedingt sofort wahrgenommen wird, wird, glaube ich, ganz weit weg geschoben von den Ärzten. Und genau genommen ist es leider ja auch so, dass die im Krankenhaus eher schlampen können und es sich erlauben können, die Ruptur etwas später als bei einer Hausgeburt zu bemerken, weil sie notfallmäßig eingreifen können, während die Hausgeburtshebamme vorausschauend handeln muss, damit genug Zeit für die Verlegung da ist. Wahrscheinlich wird der Hebamme auch die Fähigkeit, dass frühzeitig zu erkennen, so ohne Arzt, abgesprochen. Irgendwie ganz schön perfide, alles. Die Selbstbestimmung der Schwangeren über ihren Körper ist auch das unwichtigste überhaupt im Kampf der Ärzte gegen die ganzen möglichen Gefahren, die dem Fetus drohen :ironic:
Nachdem ich zu Einleitung gedrängt wurde, wurde ich auch in dem Sinne “gelobt“, das sei sozusagen meine erste verantwortungsvolle Tat als Mutter, wo ich mich mit meinem Wunsch, keine Einleitung zu wollen, zurück nehme zum Wohle meines Babys!? Dabei war das das verantwortungsloseste überhaupt! Mein Freund hatte sogar auch noch hinterher gesetzt, es geht hier nicht nur um dich (die Angst hat auch bei ihm angeschlagen). Es ist wichtig, schon aus Prinzip auf die Selbstbestimmung zu pochen, aber leider glaube ich nicht, dass man mit dem Argument irgendwas erreicht.
schreckliche KH-Geburt 2015


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