"Kaiserschnitt-Epidemie" durch gierige Ärzte

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homebirth4ever
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"Kaiserschnitt-Epidemie" durch gierige Ärzte

Beitragvon homebirth4ever » So 8. Mär 2015, 17:29

Hallo,

ich bin heute auf einen super genialen Artikel aufmerksam geworden. :beten:
Hier die stark gekürzte Fassung (von welt.de, Link weiter unten):
Jedes zweite Kind in Brasilien wird per Kaiserschnitt entbunden – weltweit einzigartig. Schwangere werden oft zur OP gedrängt, denn der Eingriff ist lukrativ. Dabei wird auch mit Angst gespielt.
[...]
52 Prozent aller Babys werden in Brasilien per Kaiserschnitt auf die Welt geholt.

Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Quote der Kaiserschnittentbindungen bei 29 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält sogar lediglich 15 Prozent für akzeptabel. Schon seit Jahren hält das bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas damit einen Weltrekord bei Kaiserschnitten. In Privatkliniken liegt der Anteil mit 83 Prozent sogar noch höher.
[...]
Auch das Todesrisiko für die Mutter schätzt das brasilianische Ministerium bei einem Kaiserschnitt dreimal höher ein als bei einer Spontangeburt. Trotzdem scheinen Ärzte in Brasilien den Müttern die Bedenken förmlich einreden zu wollen.
[...]
Ana Cristina Duarte ist Hebamme und eine der Wortführerinnen der Bewegung für mehr natürliche Geburten in Brasilien. Sie beschreibt, dass sich die "Kaiserschnitt-Industrie" vor etwa 45 Jahren entwickelt habe. Wie auch der brasilianische Gesundheitsminister Arthur Chioro, spricht sie von einer "Epidemie der Kaiserschnitte", die in den 70er-Jahren begonnen habe.

Chioro fordert mit einer neuen Verordnung, dass die natürliche Spontangeburt als Norm gelten müsse und nicht der operative Eingriff. "Wir können nicht akzeptieren, dass immer mehr Kaiserschnittgeburten aus Bequemlichkeit vorgenommen werden", so der Minister.
[...]
Ein Verstoß gegen die Verordnung wird mit einer Geldstrafe von umgerechnet bis zu 7900 Euro geahndet. Doch die Pläne der Regierung drohen mit der Realität zu kollidieren.
[...]
Auslöser für die bürgerliche Trendwelle beim Kinderkriegen zu Hause ist nicht etwa die neue Verordnung, sondern ein Film, der in ganz Brasilien und auch international für Aufsehen gesorgt hat. "O Renascimento do Parto" heißt er und bedeutet übersetzt "Die Wiedergeburt der Geburt". Im Film werden Alternativen zur herkömmlichen Geburt in Brasilien beschrieben.
http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... erzte.html :applaus: :daumen:
Bild

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Re: "Kaiserschnitt-Epidemie" durch gierige Ärzte

Beitragvon quorine » So 8. Mär 2015, 17:51

War die Who nicht bei 11%? Hatte das immer so gehört. Das wäre dann ja eine bträchtliche Steigerung ihrerseits von 4% :?
Madl 2009, sek. KS
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homebirth4ever
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Re: "Kaiserschnitt-Epidemie" durch gierige Ärzte

Beitragvon homebirth4ever » So 8. Mär 2015, 18:09

ganz ehrlich: Ob 11 oder 15% - ich finde diese Zahlen immer noch zu hoch. :keinplan: Rockenschaub hatte doch in der Semmelweisklinik bei ungefähr 44 000 Geburten eine Kaiserschnittrate von weit unter 5%.
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imjuli
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Re: "Kaiserschnitt-Epidemie" durch gierige Ärzte

Beitragvon imjuli » So 8. Mär 2015, 18:31

Der Artikel stand letztens auch -verkürzt- in der Berliner M*rgenpost. Ich finde das Aufmerksam-Werden und -Machen sehr gut.
Und ob nun 11%, 15 oder unter vier-die Message ist wichtig!!
Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. Voltaire

quorine
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Re: "Kaiserschnitt-Epidemie" durch gierige Ärzte

Beitragvon quorine » So 8. Mär 2015, 19:49

Sicher, ganz eurer Meinung. Ich glaube sogar, dass Rockenschaub noch weniger meinte
Aber wenn die WHO die Zahl wirklich raufgedreht hätte, würde mich interessieren, warum plötzlich 4 Frauen auf 100 mehr aufgeschnitten werden "dürfen".
Madl 2009, sek. KS
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Wanda
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Re: "Kaiserschnitt-Epidemie" durch gierige Ärzte

Beitragvon Wanda » So 8. Mär 2015, 19:52

meines wissens nach hatte rockenschaub sogar nur eine ks-rate von 1%....


ich hab mich immer schon über die 15% der who gewundert.... 15 von 100 frauen können nicht natürlich gebären? das wäre doch das aus für jede population, ich kann mir das nicht vorstellen...
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Re: "Kaiserschnitt-Epidemie" durch gierige Ärzte

Beitragvon Esmeralda » So 8. Mär 2015, 20:14

Bei der Quote der WHO sind meine ich auch solche KS als gerechtfertigt eingerechnet die nicht zwangsläufig sein müssten, wie Mehrlinge und BEL und echte WKS.
Und so traurig es auch ist, je mehr KS es gibt um so mehr Folge KS sind medizinisch notwendig weil natürlich auch die Zahl der KS gemachten Komplikationen steigt. Ein elender teufelskreis
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Re: "Kaiserschnitt-Epidemie" durch gierige Ärzte

Beitragvon maia » So 8. Mär 2015, 20:17

4. Es gibt keinerlei Rechtfertigung für eine Kaiserschnittrate über 10 bis 15 %.
Die Empfehlungen sind von 1985: http://www.hebammenfuerdeutschland.de/t ... geburt.pdf
Da konnte man sich diese Entwicklung mit über 30 und mehr Prozent wohl nicht vorstellen.

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zorrochen
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Re: "Kaiserschnitt-Epidemie" durch gierige Ärzte

Beitragvon zorrochen » Fr 3. Apr 2015, 10:51

Ja, Rockenschaub war bei 1% KS-Rate.

Die Aussage mit den höchstens 10-15% hat die WHO aber wohl erst kürzlich zurückgenommen und macht dazu jetzt keine Angabe mehr....
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Herz
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Re: "Kaiserschnitt-Epidemie" durch gierige Ärzte

Beitragvon Herz » Di 17. Nov 2015, 12:56

Spannend.
Vor ca. 30 Jahren war in Brasilien aber nicht (nur) die geldgeile Ärzteschaft schuld an der hohen Sectio-Rate, nein die Narbe wurde am Strand als Statussymbol getragen. Eine Sectio war (ist) etwas, das frau sich leisten können musste (muss).


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