Geburt der kleinen Amara, neue" gemeine" Wege

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Vertrauenslos
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Geburt der kleinen Amara, neue" gemeine" Wege

Beitragvon Vertrauenslos » Mo 28. Mai 2018, 15:35

Mein Weg führte mich früher nach Berlin als gedacht, der Krieg zwischen mir und meinem Mann hatte sich in Freundschaft aufgelöst und wir haben uns getrennt. Ich war nur heilfroh darum und bezog in windeseile die Wohnung welche sich in Charlottenburg aufgetan hatte. Nicht nur das, Gabriel hatte nun wirklich eine Schule, die bereit war auf ihn einzugehen. Nun heist es nicht mehr er kann dies und jenes nicht, nein viel besser noch, gehört zum Mittelfeld. Und in Matte ist er sogar einer der besseren der anderen helfen kann, was ihn unheimlich stolz macht. Kaum bekam mein Mann das zu hören war dieser erleichtert und verstand meine Handlung um so besser.

Erster April,

Nein kein Scherz, an diesem Tag kam ich in Berlin mit meinen Kindern an. Wir wurden zum essen eingeladen und hinterher fielen wir müde ins bett. Am zweiten April holten wir uns eine Familienkarte für Tierpark Zoo und Aquarium. UNd selbstverständlich besuchten wir den Zoo. Weiter als bis zum Spielplatz kamen wir nicht, danach waren Gabriel und Raphael nicht mehr gesehen. Der Tag war sonnig und angenehm aber immer noch kühl. So bemerkte ich nicht wie stark die sonne war, und hatte dann erstmal mit einem ordentlichen Sonnenstich zu kämpfen. Es dauerte eine weile, aber dann kam ich wieder auf die Beine.

Wir besuchten die Tage dann immer wieder verschiedene Spielplätze gingen in den Tierpark oder ins Aquarium. Sowie in eine Gemeinde. Immer wieder hatte ich ein gewisses Zipen, aber es blieb nicht. Interesannter weise wurde ich immer wieder darauf angesprochen, ob ich zwillinge bekommen würde. Etwas Baff durfte ich das glücklicherweise verneinen.

In der Zwischenzeit versuchte ich mich als Back up noch in diese eine KLinik in Berlin einschreiben zu lassen, doch diese verneinten dieses mit, das die Warteliste doch zu lang sei. Hmm OK dann eben keine Klinik mit antropro.. also allein. Doch dann kam noch ein Geheimtipp, Waldfriede. Dieses wird von den Adventisten hier geleitet, unter anderem mit dem Schwerpunkt anonyme geburt, Babyklappe ect. Ihr Motto ist, Der Dienst am Menschen ist unser Dienst für Gott. Interesannt. Ich blickte auf meinen Mutterpass. Ich blickte auf die Seite auf welcher die 2 Sectios standen und ... Riss sie heraus. Danach machte ich mir einen Termin. Ich wurde von einer Hebamme empfangen und legte ihr meinen Geburtsplan vor.

Keine Nadeln solange keine Medekamente notwendig sind.
Keine dauerhaften Untersuchungen.
Kein Dauer ctg.
Keine PDA.
Kein Schmerzmittel
Kein Wehenmittel
Dammschnitt verboten.
Machen sie einfach das was ich ihnen sage, ansonsten lassen sie mich blos in Ruhe.
nabelschnur auspulsieren lassen wenn kein notfall besteht
finger weg vom kind, ist meins,keiner fasst es an ausgenommen ein notfall besteht.


Ich habe ihr dann noch meine Gründe genannt, ihr von meiner Todgeburt erzählt aber die Kaiserschnitte verschwiegen. Sie war etwas überrollt, von meinen klaren Vorstellungen, und wollte versuchen mich in ein Geburtshaus zu vermitteln. Das dies zu spät war und auch sonst keine Hebamme mehr eine Hausgeburt mit mir machen würde war ebenso klar. Also kamen dann noch 2 weitere Gespräche mit der Oberärztin und man willigte schlussendlich ein auf meine Wünsche einzugehen. Es wurde nur um ein CTG gebeten, wegen der Todgeburt, ok.. man will ja nicht so sein, ich gewährte es ihnen.

30ter April,

Der Plan lautet, wir gehen mal wieder in den Zoo. Vorher noch günstig Knaberreien holen, denn sonst wird es teuer. Hmm seltsam das ziehn ist neu.. und so wirklich, ahmm Uhhh ich bin dabei sie zu veratmen. Hmm. Nein ist nur wieder eine Vorwehe, ihrgendwie waren die ja in dieser Schwangeschaft immer presennt. Johannes blickte mich etwas irretiert an, "Alles Ok"? Ich winkte erstmal nur ab, doch keine 10 Minuten später kam die nächste, und dann wieder eine. Ok der Zoo war abgesagt, ich wollte heim. Also auf die andere Straßenseite zum Bus, eingestiegen und dann ab nach hause. Immer wieder tauchten diese seltsamen Wehen auf, nicht das was ich sonst kannte sondern welche die extrem schwer zu veratmen waren. Zu Hause angekommen, wollte ich erstmal in die Badewanne. Das Wasser wirklich schön heiss, sonst würde es nichts helfen. Die Kinder waren wie gedobbt, und fanden keine ruhe, nicht mal ihre Lieblingsserien halfen mehr, dabei durften sie sogar nach Herzenslust naschen. Die Wehen blieben und sie wurden auch immer agresiver. Veratmen ging nicht mehr wirklich, und zum ersten mal wurden mir diese wirklich unheimlich. Nun gut, eine Bekannte wurde angerufen, der Babysitter wurde bestellt, und wir sind dann wirklich ins Krankenhaus. Dort angekommen, zeigte man mir noch das nette "Apartment" worauf ich gar keine Lust hatte, ich wollte nur eines, in die Wanne. Die Wanne, ect cool, mit herrlichen "Lichteffekten" zugegeben, waren mir egal, die Wehen waren fieser. Das erste was die Hebamme wollte war mit einem Mobilen ein CTG machen.. von mir aus, aber nur dann wenn keine Wehe sind.. (haha die waren die ganze Zeit!)Das Wasser wurde zu kalt, ich drehte mich in alle Richtungen, und die Hebamme konnte nur eines tun sie breitete sich ein Tuch auf dem Boden aus und übte sich in Geduld. Ihrgendwann kam die Frage ob sie denn mal sehen dürfte wie weit der Muttermund geöffnet ist... NEIN. Und schon hatte ich wieder meine Ruhe. Wenn da diese fiesen Dreckswehen nicht wären. ich war war nur noch am Pressen, veränderte meine Positionen (ich glaube so viel Gelenkigkeit sehen die nicht alle Tage.)Doch es tat sich nichts. ich fühlte mich verstopft. Also musste eine Darmspühlung her. Gesagt getan. Fiese Aktion. Just nachdem ich aufs klo musste plazte wenig später die fruchtblase.Schei***kleister, zum ersten mal brannte es, als mir diese platzte, es schmerzte. bei keinen von meinen drei anderen Geburten hatte ich dieses Problem. Auch anderweitig merkte ich eine Veränderung, leider hatte ich hierbei kein gutes Gefühl. Ich bekam Panik, und lies die Ärztin rufen. Inzwischen waren wohl schon 7 Stunden vergangen. Ich glaubte zu spüren das etwas in mir reissen würde, Die Ärztin lies sofort den Ultraschall bringen, alles war in Ordnung. Doch meine Panik blieb erstmal. Ich gebe zu, ich war dieses mal wirklich dabei zu entscheiden sie holen zu lassen, doch die Ärztin weigerte sich, zu meinem Glück. Dieses Kind kommt spontan und aus! Sie bat mich, nun doch nachsehen zu dürfen, voll eröffnet, Köpfchen sichtbar, ctg nicht mehr durchführbar. Allerdings gab es ein Problem, bei jeder Presswehe, donnerte die Kleine auf einen Knochen, sie war eine Sternengugerin, und egal wie sehr ich meine Positionen änderte, sie kam nicht ohne weiteres durch. Sie rutschte immer wieder hoch, also versuchte ich mit meinen Händen dagegen zu steuern. Die Wehen wurden nicht weniger, und eine PDA wollte ich nicht. Ebenso näherte sich meine Erschöpfung so das nun wirklich medizinische Hilfe angewannt werden musste. Es kam eine kleine Saugglocke zum Einsatz, und ich half die Kleine Amara aus mir herauszuschieben. Der Chefarzt der das begleiten musste, war etwas verwundert über meine vorgehensweise, aber dann endlich mit viel Geschrei, machte es plötzlich "Plopp" und etwas kam aus mir heraus. Ein weiteres pressen und ich griff zu meiner Kleinen Maus, ehe es jemand anders tun konnte. Sie gab kaum einen Muks von sich, das Licht wurde sofort gedimmt, damit sie nicht geblendet wurde, und uns wurde noch ein gewärmtes Tuch umgelegt.

Da war sie, um 23Uhr 31, noch am 30.4 geboren. Nur die Plazenta wollte noch nicht kommen. Da ich nicht blutete und es mir sichtbar "gut" ging, lies man mich erst mal. Es dauerte ne gute Stunde, dann brauchte es etwas manuelle Hilfe, ehe auch sie endlich aus mir herauskam. Die Ärztin stellte einen Riss zweiten Grades fest, welche auf das Sternengugen zurückzuführen sei, nun gut. Sie sprach genau mit mir ab wie sie diesen behandeln würde, zuerst den Spray zur betäubung, dann die spritzen. Sie wusste um meine emfindlichkeit. Dann erst gestand ich meine beiden Kaiserschnitte.

Das Gesicht war... nun sagen wirs so, ich glaube einen größeren Schock konnte ich ihr kaum verpassen. Sie wollte dann wissen warum ich dies getan hätte. Ihr kennt meine Gründe, und ich nannte sie ihr ebenso. Eine Hebamme fragte mich, wie ich nach diesem Missbrauch denn überhaupt noch normal gebären wollte, und ich sagte ihr, "weil ich mir verdammt noch mal nicht alles rauben lassen will.Ich will mir nicht alle Verantwortung nehme lassen, ich will meine Entscheidungen treffen und dafür gerade stehen!"Ich glaube ich habe sie damit ganz schön überrascht.

Danach konnten wir endlich unser Apartment beziehn.

Was darauf folgte, nun ja. Mein Körper drehte durch. Ich bekam Fieber, das auch nicht mehr weg ging. Schüttelfrost, meine Entzündungswerte waren ungewöhnlich hoch, und der Plan mit Ambulant war dahin. Sie suchten nach einer Ursache, aber sie fanden keine. Nach 5 Tagen mit Antibiotika und anderem gesocks hatte ich die Nase voll, und entlies mich selbst. Wenig begeistert infomierten sie unter anderem das Jugendamt desswegen, doch kaum war ich in meinen 4 Wänden und hatte meine Ruhe ging es mir schlagartig besser. Das Gesundheitsamt wollte vorbeischauen und gab dann Ruhe.Sie sah das es uns gut geht, und besorgte mir noch ein paar klamotten für meine kleine Maus. Im großen und ganzen eine "Positive" Erfahrung.
Die Wehen die ich dieses mal hatte waren wirklich total anders. Aber wie heist es so schön? Jede Geburt ist anders?

lela15
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Re: Geburt der kleinen Amara, neue" gemeine" Wege

Beitragvon lela15 » Sa 2. Jun 2018, 20:00

Herzlichen Glückwunsch! :blume:
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babsi2011
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Re: Geburt der kleinen Amara, neue" gemeine" Wege

Beitragvon babsi2011 » So 3. Jun 2018, 21:46

Herzlichen Glückwunsch zur Tochter :princess:
Und schön, dass du eine spontane Geburt erleben durftest. :rainbow:
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aronlaa
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Re: Geburt der kleinen Amara, neue" gemeine" Wege

Beitragvon aronlaa » Di 5. Jun 2018, 12:15

Herzliche Glückwünsche zur gelungenen Geburt!! :rainbow: :blume:
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SaTe
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Re: Geburt der kleinen Amara, neue" gemeine" Wege

Beitragvon SaTe » Mi 6. Jun 2018, 09:28

Danke für deinen Bericht. Es war schön zu lesen, dass es für dich eine stimmige Geburt gewesen ist auch wenn der Nachgang leider nicht so gut verlief.

Herzlich Willkommen kleine Amara! :herzen: :willkommen:
Grüße von SaTe

Theodor 06/11 ungeplante HG
Josephine 08/14 geplante HG
Friedrich 03/17 ungeplante AG

Herz
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Re: Geburt der kleinen Amara, neue" gemeine" Wege

Beitragvon Herz » Mi 6. Jun 2018, 12:59

Herzlichen Glückwunsch! :flagge:

Mich wundert nur, dass die Sectio-Narbe(n) nicht bemerkt wurden im Vorfeld.

Vertrauenslos
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Re: Geburt der kleinen Amara, neue" gemeine" Wege

Beitragvon Vertrauenslos » Mi 6. Jun 2018, 14:51

Der Nachgang war wirklich "mist" aber gut, nicht zu ändern. Was meine Ksnarbe angeht, die Erste Narbe die ich hatte war nicht zu übersehen, eine fette Geschwulst aus "wildem Fleisch" wie man mir damals sagte.Beim zweiten Kaiserschnitt jedoch wurde diese "Geschwulst" entfernt, und nach dem es geeitert hatte verwuchs sie sich wirklich sehr gut. Hinzu kommt, das ich den Wildwuchs in meinem Intimbereich nicht wirklich stutze. Zuzüglich das ich auch keinen Ultraschall mehr machen lies. Alles in allem muss man bei mir schon entweder wissen wonach man sucht, oder aber ein Ultraschallgerät haben sonst findet man die Narbe nicht.

Alles in Allem war es wirklich ok, wenn man bedenkt wie meine sonstigen Erlebnisse waren. Sogar mit der U1 haben sie gewartet und mich auch absolut nicht gestört,ich hatte die Kleine so wie sie geboren wurde mit allem dran auf meinem Bauch/Brust, und nur ein gewärmtes Handtuch über ihr. Und dieses mal hatte ich zum ersten Mal nicht das Bedürfniss das sie jemand nimmt weil sie zu "schwer" schien wegen meiner Atmung. Nun hatte ich wirklich 2 Spontane Geburten und die zweite Geburt, da war endlich nicht mehr alles Sinnlos. Die Erinnerungen von früher kommen wieder hoch. Ich hatte wirklich meine "Ruhe" und es dauerte "nur" 9 Stunden. Das war Wahnsinn. Auch die Wehen, und das nicht unbedingt positiv. Aber nicht sinnlos und ohne generfe oder ihrgendwelchen Druck. Das war wirklich ein Traum.

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Wuppiwupstar
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Re: Geburt der kleinen Amara, neue" gemeine" Wege

Beitragvon Wuppiwupstar » Mi 13. Jun 2018, 06:57

Herzlichen Glückwunsch liebe Vertrauenslos
Und herzlich willkommen kleine Amara :flagge:


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