Geburt der Großen

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LauraFee
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Geburt der Großen

Beitragvon LauraFee » Do 18. Jan 2018, 12:57

Da bei uns jetzt die Hibbelzeit begonnen hat, setze ich mich natürlich viel mit meinen vorangegangenen Schwangerschaften und Geburten auseinander. Deshalb dachte ich, ich teile die Erfahrungen mal. :)

Ab dem 4. Monat habe ich den überwiegenden Teil der Schwangerschaft im Krankenhaus verbracht, da ein verkürzter Gebärmutterhals festgestellt wurde. Ab der 26. Woche wurde ich in ein Krankenhaus mit Neo verlegt, habe Wehenhemmer und Antibiotikum IV bekommen und täglich 9 Tabletten, deren Sinn mir sich aber nicht erschloss und die ich deshalb immer verschwinden gelassen habe. In der 32. Woche wurde ich dann mit Bettruhe nach Hause entlassen und ab der 36. Woche sollte das Kind dann kommen dürfen.

In der 37. Woche wurde mir dann gesagt, dass das Kind sehr groß sein wird und man deshalb eine frühe Einleitung anstrebe. Und weil ichs selbst nicht besser wusste, hab ich zugestimmt.

10 Tage vor dem ET kam ich also morgens zusammen mit meiner Oma zur Einleitung.
(Kurz als Zwischeninfo: Meine Oma hat 5 Kinder und 5 schreckliche Geburten hinter sich. Besonders die erste und letzte waren sehr schlimm für sie. Die erste Geburt war eine Hausgeburt, 3 Wochen über Termin und sie hat nen Dammschnitt kassiert, weil das Köpfchen nicht durchgepasst hätte sonst. [??] Die letzte Geburt war so schlimm, weil der Arzt sich auf sie drauf geschmissen hat, damit das Kind rauskommt. Und mit dem Hintergrund, dass die Damen heutzutage dank PDA keine Schmerzen mehr haben müssten, ist sie also mit der Überzeugung an die Sache dran gegangen, dass es eine sehr leichte Geburt für mich werden wird.)
Mir wurde also morgens eine Tablette vor den Muttermund gelegt und das führte auch direkt zu regelmäßigen Wehen. Ich sollte dann spazieren gehen und entweder nachmittags zum CTG wieder kommen oder halt dann, wenn ich das Gefühl hätte, ich bräuchte jemanden. Ich fühlte mich aber gut, deshalb kam ich erst nachmittags wieder. Ich wurde dann ans CTG angeschlossen und der Muttermund wurde abgetastet. Untersuchung ergab 5cm Öffnung, nur die Herztöne waren schwer zu finden, aber das war schon die ganze Schwangerschaft über so. Deshalb sollte ich mich auf die Seite drehen, da konnten die Herztöne dann gut aufgezeichnet werden. Das Problem an der ganzen Sache war halt, dass ich die Wehen im Liegen nicht aushalten konnte. Jedes Mal, wenn eine Wehe kam, bin ich aufgesprungen und hab mir die ganze Verkabelung abgerissen. (Ich erinnere mich an wirklich VIELE Kabel, aber ich weiß nicht mehr, was das alles war.) Nachdem die Hebamme mich das fünfte oder sechste Mal neu angeschlossen hat, hat sie mir gesagt, dass das so nicht geht, dass sie aufzeichnen müssen und dass ich dafür liegen bleiben muss. Da das ja aber so nicht ging, bekam ich dann die PDA. Bis zu dem Zeitpunkt lag ich noch in einem Wehenzimmer, wurde dann aber für die PDA in den Kreißsaal gebracht. Als die PDA dann lag, bekam ich einen Knopf, um mir die PDA selbst zu dosieren. Naja... Nach den paar Wehen im Liegen hatte ich echt Angst bekommen, dass das so weiter geht und dann hab ich mich regelrecht weggebeamt.
So lag ich dann da und hab nicht mehr wirklich viel mitbekommen. Zwischendurch kam dann mal die Hebamme, um zu fragen, ob alles gut ist und weil ich da ja offensichtlich so bequem lag, ging man auch davon aus, dass alles in Ordnung ist.
Irgendwann war dann Schichtwechsel und die neue Hebamme stellte sich kurz vor. Das war so gegen 21.30 Uhr ungefähr. Zu dem Zeitpunkt war ich dann so zugedröhnt, dass ich eingeschlafen bin. Als meine Oma festgestellt hatte, dass ich eingeschlafen bin, ist sie Kaffeetrinken gegangen, wohl in dem Glauben, dass nichts passieren würde.
Eine gute Stunde später kam sie dann wieder und ich werd davon wach, wie meine Oma brüllt 'Das Köpfchen kommt!' Oh, was ist sie in Panik ausgebrochen und ich wusste erstmal gar nicht was los war, ich hab ja nichts gefühlt. Hebamme und Ärztin kamen dann aber auch recht schnell und auch wenn sich das jetzt vielleicht ein bisschen komisch anhört, aber die Blicke der Hebamme und der Ärztin auf meinen Intimbereich waren so ziemlich das Schönste an der Geburt selbst. Die zwei standen ungefähr einen halben Meter vom Bett entfernt und haben mit so viel Liebe und Bewunderung meiner Tochter dabei zugesehen, wie sie auf die Welt kam. Niemand hat hingefasst, keiner sollte pressen oder sonst irgendwas. Im Endeffekt hat sich meine Tochter ganz alleine auf die Welt gekämpft. Als sie dann geboren war, kam ein kurzes quäken und dann kam auch schon die Hebamme und hat sie mir auf die Brust gelegt. So wach und so neugierig hat sie sich umgeguckt. :hearts:
Weil Ärztin, Hebamme und Oma aber so fasziniert von diesem Vorgang waren, hat keiner auf die Uhr geguckt, aber wir einigten uns einfach auf 22:43 Uhr.
Während wir gekuschelt haben, ist dann die Plazenta geboren, wovon ich aber überhaupt nichts mitbekommen habe. Mir wurde nur gesagt, dass sie wunderbar aussah. Ich hab auch einen Dammriss 2° gehabt, der dann noch genäht wurde.
Ihre Maße waren
3790g
52cm
36cm KU

Letztendlich lagen wir dann noch 6 Stunden im Kreißsaal, bis wir dann auf Station verlegt wurden.

Meine Oma fühlt sich nach dieser Erfahrung absolut bestätigt, dass Kinder gebären heutzutage überhaupt keine große Sache mehr ist.
Dass ich großes Glück hatte, dass ich nicht in eine Interventionsspirale gerutscht bin, hab ich auch erst später verstanden.
Auch wenn ich an dieser Geburt gefühlt nicht viel zu beigetragen habe, finde ich es ganz toll, zu wissen, dass mein Körper ein Kind kriegen kann. Selbst sediert!

Jeanie
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Re: Geburt der Großen

Beitragvon Jeanie » Fr 19. Jan 2018, 09:15

Das ist schon faszinierend.
Und ich beglückwünsche Dich auch, daß die Interventionsspirale nicht weiter ging. Als Du von der PDA (die ja nun echt unnötig war zu dem Zeitpunkt) schriebst dachte ich mir schon "Mist, das war's dann jetzt".
Ich bin aber verwundert, daß Du so ganz ohne Pressen einen DR II bekommen hast. Wobei beim Ersten vielleicht das Gewebe noch sehr straff ist - Entspannung hin- oder her.
Danke jedenfalls für Deinen Bericht!
  1. Feuerwehrhauptmann 2011 im KH

  • Tanzmaus 2014 daheim als HG


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