Als die Nordseekrabbe schlüpfte

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MaRi1113
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Als die Nordseekrabbe schlüpfte

Beitragvon MaRi1113 » Fr 18. Mär 2016, 16:34

Hier nun mein Geburtsbericht von der stürmischen Geburt des Nordseekrabbenmannes in der heimischen Badewanne.

Achtung sehr lang. Wer mag, kann auch direkt zu Geburt springen...

Die Tage davor...
Donnerstag Abend: Wir haben unseren Notartermin endlich hinter uns gebracht. Nun steht der Geburt nix mehr im Weg und die Spannung steigt, wann sich der kleine Kerl auf den Weg macht. Heute Abend war es erstaunlich ruhig im Bauch, nachdem die letzten Abende immer mal wieder ne Riesenaction im Bauch war und der kleine Mann sich versucht zu strecken. Das wiederum ist echt unangenehm und schmerzhaft für mich. Es zieht auch immer im unteren Bereich der Gebärmutter. Nix wellenartiges, aber durchaus unangenehm, was eindeutig in direktem Zusammenhang mit den Turnübungen des Bauchzwerges steht.
Ich kann dann kaum eine angenehme Position finden – außer Vierfüßler... Naja vielleicht hilft es ja auch, dass sich der kleine Mann diesmal gescheit einstellen kann.
Zum Glück lässt er mich in der Nacht noch gut schlafen.

Die nächsten Tage waren geprägt davon, dass ich tagsüber immer mal ein Weh-chen hatte – also nichts schmerzhaftes, aber deutliches Zusammenziehen im Bauch. Auch mal so 4/5 Mal die Stunde...
Sonntag, 06.03., dann der Geburtstag meines Schwiegervaters... Er und seine Schwester waren bei uns und es war ein sehr schöner Nachmittag. Und die Gewissheit wuchs, dass es kein Sonntagskind und keine besondere Geburtstagsüberraschung für den Opa gibt.

Nachdem abends ruhe eingekehrt war, machte sich dann aber doch ein merkwürdiges Gefühl breit. Ich hatte einen ausgeprägten Bewegungsdrang und es tat gut, während der abendlichen Turnstunden des Kleinen im Türrahmen zu stehen und das Kreuzbein gegen die Zarke zu drücken. Zum Glück hatte Männe auch die Klimzugstange im Türrahmen festgemacht und ich konnte so die Tragetuchkonstruktion testen. Zwischenzeitlich hab ich dann noch mein Heublumendampfsitzbad gemacht – man weiß ja nie und es war auch recht entspannend. Irgendwann ist Männe ins Bett gegangen – mir war so gar nicht nach liegen und ich tigerte noch weiter rum und räumte Sachen nach oben... irgendwann hab ich dann im Gästezimmer auf der Couch gesessen und in die Nacht hinausgeschaut, während in meinem Bauch noch ordentlich rumort wurde.
Doch mit der Zeit wurde es ruhiger und auch ich wurde müder. Da ich ja mittlerweile weiß, dass warten auf Wehen nix bringt und man für so ne Geburt auch entsprechend bei Kräften sein muss, bin ich irgendwann ins Bett gegangen und eingeschlafen.
Beim Aufwachen stellte ich fest, dass es schon Morgen ist, kein Baby neben mir liegt und auch der Bauch in aller Größe (BU im Stehen 105cm) noch vorhanden ist.

So genoss ich also den Montag und die Ruhe daheim. Druckte noch 6 wunderschöne Bilder von einer aufgehenden Pfingstrose aus, die wunderschön die Öffnung oder Entfaltung des Muttermundes und des Geburtskanals visualisierte. Auch der Bauch war merklich nach unten gerutscht und der Bauchbewohner war sehr viel ruhiger. Ich freute mich, dass der vorherige Abend also etwas gebracht hatte. Wenn auch keine Geburt, dann doch offensichtlich wichtige Vorarbeit, die mir und dem Kleinen dann unter Geburt erspart blieben. Mir ging es gut. Ich erholte mich, strickte, war kurz im Ort was einkaufen... Alles gut.
Der Abend war auch sehr ruhig und mir schwante etwas von Ruhe vor dem Sturm im Kopf rum. Doch auch diese Nacht verging ruhig.

Dienstag
Mittlerweile konnte ich auch die Ruhe daheim wirklich genießen und nahm mir vor, die Tage bis zur Geburt einfach zu genießen. Innerlich hoffte ich aber auch, dass wir bitte nicht weit über Termin gehen. Da meine Hebamme kein CTG hat, hätte ich nämlich entweder zur Gyn, ins KH oder – wenn es passte – in die Hebammenpraxis gemusst, zum CTG schreiben. Darauf hatte ich keine Lust. Ich erinnerte mich an die Endschwangerschaft des Mittleren und die Tage nach dem ET und wie froh ich war, dass die Hebis immer mit CTG-Gerät zu uns nach Hause kamen...
Am Dienstag dann lachte die Sonne einfach wunderbar verlockend und ich beschloss Nachmittags noch mal ausgiebig spazieren zu gehen. Wer weiß, wann ich wieder dazu kommen würde... So machte ich mich auch für eine Stunde auf den Weg und genoss Sonne und frische Luft und hing meinen Gedanken nach.
Auch an diesem Tag war es verdächtig ruhig in meinem Bauch – Abends begann dann irgendwann auch wieder dieses undefinierbare Ziehen – einhergehend mit deutlichem Bewegungsdrang des Bauchbewohners. Wieder nix wellenartiges – aber doch unangenehm. Wieder war der Vierfüßler mein bester Freund. Doch als Männe ins Bett ging, bin auch ich mitgegangen. Er hatte ja mitbekommen, dass ich wieder dieses Ziehen hatte – ich meinte nur zu ihm dass das Ziehen schon unangenehm ist, aber nicht mit Kontraktionen einhergeht und ich mich frage, was der Kleine da in meinem Bauch wieder veranstaltet. Ich lag dann im Bett – beobachtete noch wenige Male dieses Muskelziehen und bin eingeschlafen.

Die Geburt
Irgendwann weckte mich dann wieder dieser Muskelschmerz – autsch – was war denn jetzt los. Sollte die erste schlechte und nicht erholsame Nacht folgen?
Ich schaute auf die Uhr – mittlerweile war es Mittwoch, 0:43 Uhr – okay... mal schauen. Ich blieb liegen und versuchte wieder zu schlafen, doch dieses unangenehme Gefühl blieb. An Wehen hab ich nicht gedacht, da der Schmerz so anders war. Doch nun merkte ich dass die Schmerzen wellenartig wurden.... Okay. Also Schmerz war nicht wehenartig, aber dieses Anrollen des Schmerzes lies mich aufhorchen. Ich schaute immer mal wieder auf die Uhr 7/ 8 Minuten – okay, eine Regelmäßigkeit war auch da.

Irgendwann mochte ich nicht mehr liegen und bin aufgestanden. Auch jetzt wuselte ich wieder rum. Irgendwann hörte ich den Mittleren nach mir rufen. Ich bin zu ihm, um ihn zu beruhigen in der Hoffnung, dass er wieder einschläft. Auch Männe stand irgendwann im Kinderzimmer, stellte erstaunt fest, dass ich schon da bin und ging wieder ins Bett. Wieder entschied ich mich dazu ein Heublumendampfsitzbad zu machen. Das Dampfsitzbad war aber nicht mehr so entspannend wie erhofft. Und so ging ich zu Männe und sagte ihm, dass ich Wehen hätte und mal in die Wanne gehe , um zu schauen, obs regelmäßiger und intensiver wird. Gesagt, getan... Da muss s so gegen 2 Uhr gewesen sein.

In der Wanne, dann Wellen alle 5 Minuten... Ich saß fast ausschließlich. War am angenehmsten. Im liegen war der Schmerz sehr fies. Und wieder intensive Schmerzen im Kreuzbein... So stellte ich mich wieder auf nen Sternengucker ein. So gegen 2:45 musste ich die Wehen auch vertönen und eine Unruhe machte sich im mir breit die immer stärker wurde...

Gegen 3:15 Uhr wollte ich nicht mehr allein sein und versuchte durch klopfen an die Badwand meinen Mann zu wecken. Leider brachte das nicht wirklich etwas, weshalb ich aus der Wanne raus bin und ihn geweckt hab. Er war noch tüchtig verschlafen und meinte später, dass es so halb 4 war... Aber ich brauchte einfach jemanden der mir Sachen brachte, wie warme Kirschkernkissen. Ich stützte mich im Bad aufs Badregal oder die Waschmaschine. Das tat gut aber andererseits kamen die Wehen nun immer öfter und waren sehr unangenehm. Irgendwann bat ich meinen Mann mir unter Wehen die Beckenschaufeln zusammenzudrücken. Das half auch kurzzeitig.
Aber nicht jede Wehe war gleich – mal lang und sehr intensiv aber gut zu beatmen, mal nur kurz, dann aber so unangenehm, dass sie mich überrollt haben. Nach kurzer Zeit meinte er dann, ob mir bewusst wäre, dass die Wehen nur 2 – 5 min Abstand haben. Dann beschlossen wir M., die Hebamme, anzurufen. Das war gegen vier Uhr.
Anfangs konnte ich mit ihr sprechen, sagte, dass es losgeht. Das die Wehen alle 5 min kommen, doch dann kam auch schon eine Wehe – ich drückte meinem Mann das Telefon in die Hand und vertönte. M. meinte dann wohl, dass sie sich gleich auf den Weg macht. Ich bin dann wieder in die Wanne, in der Hoffnung so mehr von den gut beatembaren Wehen zu bekommen und etwas mehr Pausen.
War nichts – die Wehen blieben, das warme Wasser tat besonders in den Wehenpausen gut. Aber ich war sehr im Hier und Jetzt – konnte nicht abtriften in andere Welten, konnte mich nur schwer einlassen – das ging mir gefühlt grad einfach zu schnell. Vor allem da ich immer im Kopf hatte, dass Geburt grad anfängt, dass beim Mittlern auch die ersten Wehen zwar deutlich merkbar waren, aber ineffektiv, weil sie nicht bis oben zogen. Und auch jetzt hatte ich mehr das Gefühl dass die Wehen unten stark sind aber nicht effektiv nach unten drücken. Und dann wieder die Kreuzbeinschmerzen und diese Muskelschmerzen. Ich wollte Erlösung, Zuspruch, jemanden, der mich in den Arm nimmt, der mir Pause verschafft.

Die Hebamme brauchte 30 Minuten zu uns – die kamen mir ewig vor und ich hatte gefühlte 20 Wehen in der Zeit. Alles war total neu und unbekannt und ich konnte es überhaupt nicht einordnen.
Sie kam ins Bad und hockte sich vor mich. Ich sah sie nur an und meinte, dass alles so scheiße weh tut, die Wehen so schnell und intensiv kommen. Irgendwann schaut sie mich an und meint, dass ich den Kleinen doch einfach rauslassen soll.

Sie schaute mit dem Dopdron nach den Herztönen – alles super. Und meinte auch schon kurze zeit später, dass sie die Zweithebamme mal schon anruft. Ich dachte nur Wie? Was? Zweithebamme? Ich fang doch grad erst an? Was ist das hier nur? Ich verstand die Welt nicht mehr. Konnte mich nur schwer auf die Wehen einlassen und fand so gar keine Position, die mir gut tat. Auch waren die Wehenpasuen diesmal nicht so erholsam. Wenn ich endlich das Gefühl hatte, die Wehe ist vorbei, konnte ich gefühlt nur ein paar Sekunden entspannen, da kam schon die nächste... Ich war wirklich am Verzweifeln.
Dann kam I., die Zweithebamme an. Ich kann mich vor allem an ihr Parfum erinnern, aber auch an ihr gutmütiges Gesicht. Mein Mann hat in der Zwischenzeit Kerzen und Trinken geholt.... Ich weiß noch, dass mich seine Fragen unheimlich nervten. Und ich eigentlich gar nix wollte – dann aber immer froh war, dass er es gemacht hat.
In den Wehen hing ich über dem Wannenrand und versuchte einfach nur zu überleben... Irgendwann so zwischen 5 Uhr und 5:30 Uhr ging die Tür langsam auf und de Große schaute herein – wohl mit dem Mittleren im Schlepptau, den ich aber nicht sah. Mein Mann ist zu ihnen gegangen. Der Große hat wohl festgestellt, dass das Baby wohl nun kommt.
Sie sind runter gegangen und haben fernsehen dürfen. Sie haben wohl irgendwann die Wohnzimmertür zu gemacht, weil ich ihnen zu laut war, aber sie haben nie Angst gehabt oder die Situation als bedrohlich empfunden.
In der Zwischenzeit war ich weiter oben in der Wanne. Alle Vorschläge eine andere Position zu finden scheiterten. Irgendwann habe ich nur noch geweint und gesagt, dass ich es nicht schaffe und alles nur so scheiße weh tut. Zudem war noch keine Fruchtblase geplatzt, und da bis jetzt auch keiner vaginal untersucht hatte, wusste ich überhaupt nicht wo ich stand. Ich war echt verzweifelt. M. meinte oft zu mir ich solle den Kleinen rauslassen, es wäre okay... Ich war voll ungläubig, wie rauslassen – das ist noch zu zeitig. Ich fragte sie irgendwann, ob sie schauen kann, wie weit ich bin – ich bräuchte das einfach.
Sie schaute nach - die einzige Vaginale Untersuchung durch sie - während der ganzen Schwangerschaft und Geburt. Bis auf eine Lippe vollständig... Dann kam ne Wehe und sie hat sofort aufgehört... okay, scheinbar ging es doch schnell. Irgendwann im Vierfüßer in der Wanne platzte die Fruchtblase.
Es kam kaum Fruchtwasser, gab nur einen kleinen Plopp und auch die große Erleichterung, weil weniger Druck da war blieb aus. Es blieb alles unverändert. Irgendwann habe ich mitgeschoben. Dass hat mich aber wirklich Überwindung gekostet das zu tun. Dann trat irgendwann langsam das Köpfchen durchs Becken – ich dachte mich zersprengt es. Ich konnte aber auch nicht mehr Platz machen, hatte Angst zu zerreißen... Kein typischer Ring of fire, kein typisches Gefühl der Erleichterung nun etwas aktiv zur Geburt beizutragen – einfach nur irgendwie die Wehe überstehen. Wehenpausen hatte ich nur weil M. immer meinte, A., die Wehe ist vorbei – versuch zu entspannen.

Ein Positionswechsel unvorstellbar... Irgendwann trat der Kopf durch – das war echt Hölle – so fieser, reisender Schmerz. Die vorstellung, dass es nun nur noch 2,3 Wehen dauerte, bis er da war, lies mich weitermachen.
Doch nix da- es kamen sehr viel mehr Wehen. M. machte kurz Dammschutz in der Wehenpause, meinte zu mir, dass ich nur mitschieben soll, wenn eine Wehe da ist, ich solle nichts erzwingen, soll langsam machen... Ging nicht und ich fragte mich nur, wie bitte schön ich das machen solle.
In der Wehenpause schrie ich nur, sie solle mich nicht anfassen (machte sie auch nicht – es war einfach nur dieser schneidende Schmerz). Der Kopf tritt durch - langsam und gefühlte 20 Wehen später. Sternengucker – Nabelschnur um den Hals. Kind hing halb draußen, ich sollte wieder die Wehe abwarten, die dann auch glücklicherweise schnell kam.

Und da lag er im Wasser. 6:48 Uhr - Mein Sohn – voll Käseschmiere. Aber er war da. Ich heulte los wie ein Schlosshund – sah meinen Mann an und sagte nur gefühlte tausend mal – Da ist er. Endlich. Er ist da. Ich habs geschafft. Ich habs irgendwie geschafft.
Ich hab ihn dann hochgenommen. Der Kleine war sichtlich überfordert. Augen waren auf, er atmete auch, war aber doch eher schlapp. Kein Mucks, er schaute nur ungläubig und sichtlich verdutzt in die Welt. Ich rieb seinen Rücken und auf Bitten der Hebammen auch seine Füße – er wurde langsam rosiger – schrie aber nicht wirklich. Aber er war okay.
Der Versuch mich in der Badewanne zurückzulehnen scheiterte wegen Unbequemheit. Zwischendurch dachte ich auch die Plazenta kommt, aber es war nur ein größeres Blutkoagel. Die Nabelschnur war auspulsiert. Mein Mann schnitt die Nabelschnur durch. Die Plazenta kam – wie auch beim Mittleren, als ich aus der Wanne raussteigen wollte.
Der Kleine war weiterhin munter. Wollte auch schon saugen, was seine großen Brüder beide nicht wollten. Er ha mich auch nicht voll Mekonium bekackt, wie seine Brüder. Ganz anders.
Die erste Untersuchung zeigte – 3320 g – genau wie ich, als ich geboren wurde, Länge 54 cm – am Körper gemessen – also deutlich länger als die anderen beiden. KU 34,5 – wie die beiden großen. Haare noch auf dem Körper, trotz viel Käseschmiere war er reif mit langen Fingernägeln und leicht schrumpeligen Händen und Füßen. Geboren 2 Tage vor eET.

Irgendwann meinte M., sie wolle mal nach dem Damm schauen. Es hatte geblutet und nach Ihrem Gefühl her bin ich wohl nicht heil geblieben. Doch siehe da – nur wieder ein kleiner Dammriss ersten Grades, der nicht blutete und den wir nicht nähen mussten. Das hat auch sie überrascht und ich war einfach nur froh drüber.
Und der Kleine tat seine ersten Stillversuche und so glitten wir von einer sehr stürmischen Geburt langsam ins Wochenbett über. M. meinte dann noch zu mir, dass sie ehrlicherweise keine Ahnung hat, wie der Kleine durchs Becken gekommen ist. Er war ein Sternengucker, hatte die Nabelschnur einmal um den Hals. Allerdings scheint er den Rücken, der immer links lag während der Geburt nach rechts geschafft zu haben. Und er ist auch wieder mit dem Oberkopf voran rausgekommen, nicht mit dem Hinterkopf. Das zeigten auch die leichten Einblutungen die oval über den ganzen Oberkopf verteilt auftauchten. Auch wenn er keine richtige Geburtsgeschwulst hatte, so sah man hier – in Anbetracht der doch recht kurzen Geburt – deutlich mit welcher Wucht auch er durchs Becken geschoben wurde.

Fazit:

erste Geburt sehr lang – 36 h, sehr anstrengend durch die Länge, aber die Wehen gut zu bearbeiten. Wegen völligster Erschöpfung meinerseits und Geburtsstillstand dann Verlegung in die Klinik, dort PDA und Saugglockengeburt 8 h später. Lang, aber machbar – wenn auch mit Verlegung

zweite Geburt – lang – 12 h durch relative lange Lantenzphase zu Beginn. Ab Öffnen des MM bis Geburt dann etwa 7 h. Fiese Kreuzbeinschmerzen. Geburt war aber auch sehr heilend, weil ich abtriften konnte und immer dann, wenn ich dachte es geht nicht mehr ein merklicher Geburtsfortschritt passierte. Sternengucker. Alles in allem – stimmig und eine heilende Haus-Wasser-Geburt.

dritte Geburt – ein Sturm, kurz und gewaltig – 6h von erster Wehe bis Geburt. Von dem Zeitpunkt als klar war, diese Wehen sind kein Vorgeplänkel, sondern richtige Geburtswehen – 3,5 h: Stürmisch, grenzwärtig, überrollend, Naturgewalt – einfach unsagbar krass.
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Josie2013
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Re: Als die Nordseekrabbe schlüpfte

Beitragvon Josie2013 » Fr 18. Mär 2016, 17:56

Wow, liest sich das heftig und anstrengend. Gratuliere nochmals und Respekt, dass Du so eine schwere Geburt so gut gemeistert hast. Ich hoffe, ihr könnt euch gut erholen!
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Caleiopee
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Re: Als die Nordseekrabbe schlüpfte

Beitragvon Caleiopee » Sa 19. Mär 2016, 19:00

Was für ein gewaltige Geburt! Das klingt wirklich nach harter Arbeit! Und du hast das wirklich toll gemacht! :rainbow:
Danke für diesen ausführlichen Bericht! Und auch für die kurze Rückblende zu den ersten beiden. Das ist echt spannend!
Ich habe bei meiner werden Geburt auch so einen krassen Sturm erlebt, ohne pausen zwischen den Wehen und ohne die Möglichkeit mich damit zurecht zu finden und damit umzugehen. Das ist schon heftig.
Erhol dich weiterhin gut und genieß dein Wochenbett!

Uns herzlichen Glückwunsch nochmal zum dritten Sohn!
:babyglueck:
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Re: Als die Nordseekrabbe schlüpfte

Beitragvon babsi2011 » So 20. Mär 2016, 20:12

Herzlichen Glückwunsch!! :bdaytorte: und eine schöne Kuschelzeit!
Dein Bericht liest sich sehr schön :)
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einneuesleben
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Re: Als die Nordseekrabbe schlüpfte

Beitragvon einneuesleben » So 20. Mär 2016, 20:51

Puuh :) Danke für deinen Bericht und dass du dieses Erlebnis mit uns teilst. Toll gemacht!! :flagge:
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Lena Sophia
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Re: Als die Nordseekrabbe schlüpfte

Beitragvon Lena Sophia » Mo 4. Apr 2016, 18:14

Danke für deinen Bericht - das habt ihr großartig gemacht :hearts: .
Auf Trap gehalten von der Renn-Maus :byhop:
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MaRi1113
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Re: Als die Nordseekrabbe schlüpfte

Beitragvon MaRi1113 » Do 19. Mai 2016, 10:30

Nachtrag:
jetzt ist die Geburt 10 Wochen her und wie zu erwarten relativiert sich vieles.
Die Erinnerungen an die Naturgewalt verblassen und mit ihr auch die Erinnerungen an das Überrumpelt werden.
Ich hatte die Gelegenheit mit meinen beiden Hebammen noch mal über die Geburt zu reden.
Interessant war, dass beide mir bestätigten, dass von außen betrachtet meine Geburt für eine Hebammenschülerin toll gewesen wäre, da man mir deutlich ansah und anmerkte, wo ich mich gerade befinde - in welcher Geburtsphase, wie weit ich eröffnet war, wann Pause angesagt war. Für mich war das sehr überraschend, da ich doch so oft das Gefühl hatte, es geht nicht voran.
Meine Ungläubigkeit über die Schnelle der Geburt liegt sicher an den Erfahrungen und damit verbundenen Erwartungen durch die beiden vorangegangenen Geburten.

Was ich wirklich vermisst habe ist diese Geburtstrance. Da bin ich nicht reingekommen. Die "Blase" in der man wegtriftet war nicht da. So haben es auch die beiden Hebis empfunden. Warum das so war, kann keiner sagen. Ist auch nicht von Bedeutung. Ich habe selbst überlegt, ob die beiden oder ich irgendetwas hätten anders machen können/ sollen, damit ich in die Blase gekommen wäre. Mir ist nichts aufgefallen.
Ihre Unterstützung war für mich genau richtig, wenn ich jetzt zurückblicke gab es nichts, was mich gestört hat, nichts was an der Betreuung anders hätte laufen können. Auch für mich fühlt es sich gut an, dass ich mich so "rausgenommen" und irgendwie "Funktioniert" habe. Ich hatte so viele Bedürfnisse einfach nicht, die ich bei der zweiten Geburt hatte. Ich wollte und konnte nicht nach dem Köpfchen fühlen und es bei der Pressphase halten. Ich war so mit mir und dieser Urgewalt beschäftigt. Es war wie es war und das ist gut so gewesen. Heute kann ich das wirklich aus vollem Herzen sagen, dass die Geburt weiterhin gewaltig war und auch stürmisch, dass sie aber etwas von ihrer gefühlten Übermacht verloren hat. Das fühlt sich sehr gut an. Ich bin mit mir, meinem Kind und meiner GEburt im Reinen.

Und habe ich vor 10 Wochen noch aus tiefster Überzeugung gesagt, dass ich so etwas nicht noch mal mit mache, so ändert sich auch das wieder.
Es ist einfach viel zu spannend, was man alles über sich selbst, seinen Körper und die Kräfte des Universums lernt unter einer selbstbestimmten Geburt, dass ich es nicht verwunderlich finde, dass man danach süchtig werden kann.

In diesem SInne, harren wir der Dinge die kommen...
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Re: Als die Nordseekrabbe schlüpfte

Beitragvon Josie2013 » Do 19. Mai 2016, 18:36

Oh MaRi, das ist so spannend und gerade genau mein emotionaler Weg nach meiner Gewittergeburt... Ich finde es so wertvoll, wenn man dann einfühlsame Hebammen an seiner Seite hat, mit denen man immer wieder über die Geburt sprechen kann, bis man im reinen damit ist. Mir hilft auch der Außenblick sehr, mein Selbsturteil zu revidieren und so manchen Verlauf in den richtigen Zusammenhang zu bringen.
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Re: Als die Nordseekrabbe schlüpfte

Beitragvon Rosenrot » Do 19. Mai 2016, 20:35

:rainbow: :rosabrille: So schön zu lesen! Ich bin schon gespannt, wie es bei uns werden wird!!! GLG Rosenrot
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Re: Als die Nordseekrabbe schlüpfte

Beitragvon Lena Sophia » Fr 20. Mai 2016, 10:41

Ich glaube, es ist völlig normal, dass der Kopf und die Seele bei einer schnellen Geburt erstmal brauchen, um nachzukommen :love2: .
Auch meine Hebammen haben mir ähnliches erzählt :dudu:
Ich wünsche euch alles Gute :hallo:
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